Ein Soldat kehrt aus der Kriegsgefangenschaft in Frankreich im März 1920 in das Pfarrhaus zurück, in dem er aufgewachsen ist. Ort der Handlung sind das Dorf Heiligenfelde und dessen Nachbarorte in der Altmark. Der Vater des Soldaten ist Pfarrer, die Mutter ist sechs Wochen zuvor gestorben. Vater und Sohn sind zum ersten Mal auf das Gespräch miteinander angewiesen. - Um das, was sich aus dieser Konstellation ergibt, geht es in dem Roman. Erinnerungen spielen eine Rolle, auch Träume, Albträume. Wiederbegegnungen. Landschaft. Neben Heiligenfelde, Seehausen und Arendsee in der Altmark kommen Magdeburg, Rostock und Warnemünde im Roman vor, ferner das Kriegsgefangenenlager in Châteauroux/Indre.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2019
Schwer zu sagen, wer sich hinter dem Kürzel G.H.H. verbirgt, macht aber nichts, findet Rezensent Manfred Koch, denn die Geschichte um den Soldaten Gerd Holländer, der im März 1920 aus französischer Gefangenschaft in sein Heimatdorf, nach Heiligenfelde zurückkehrt, entfalte auch so ihren Bann. So herrlich präzise, einfach und detailgenau wie hier hat der Kritiker Dorfleben selten beschrieben bekommen: Statt Romantik schildere der Autor den Dorfalltag, die Rituale und Konflikte, aber auch den Wandel, der sich in Folge der Modernisierung einschleicht. Darüber hinaus gefällt Koch, wie der Autor die Sprachlosigkeit der Dorfbewohner auch im Verhältnis zwischen Gerd und seinem Vater, dem Pfarrer von Heiligenfelde, widerspiegelt. Ein Roman, der immer wieder "Nuancen jenseits des Erwartbaren" liegt, lobt er.
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