Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518432693 Gebunden, 162 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Aus dem Französischen von Claudia Steinitz. An einem Tag im Mai 1980 steigt die achtjährige Ilaria nach der Schule in das Auto ihres Vaters, der sie abholen soll. Es ist der Beginn einer zweijährigen Irrfahrt durch Italien - denn der Vater hat sie entführt. Ständig wechselnde Hotels, die endlosen Stunden im Auto, auf unbeseelten Autobahnraststätten, Triest, Bologna, ein Internat in Rom, ein Bauernhof in Sizilien, und Ilaria denkt ständig an die Mutter und die Schwester und schwört sich, nicht mehr zu weinen. Manchmal sieht das alles aus wie eine normale Kindheit, dank der Spiele, die sie und der Vater unterwegs spielen, wie sie im Auto die Hits lauthals mitsingen. Aber der Vater trinkt, ist ständig nervös, viel zu impulsiv. Hin und wieder darf sie mit der Mutter telefonieren, Ilaria hat schmerzhafte Sehnsucht nach ihr, doch zugleich will sie den Vater schützen. Und bei alledem muss sie irgendwie versuchen, die andauernde Angst, den Zusammenbruch ihres Lebens, ihre stille Verzweiflung zu bewältigen.
Rezensentin Meike Feßmann zeigt sich beeindruckt von Gabriella Zalapi, die nun schon ihren dritten Roman vorlegt: Darin geht es um die achtjährige Ilaria, die zur Zeit des bleiernen Terrors in Italien von ihrem Vater entführt wird und sich mit ihm auf eine zweijährige Odyssee begibt. Er fährt mit ihr in seinem BMW durch die Gegend, ist so aufbrausend wie charmant, sie redet mit ihrem Teddy, er schmeißt die Telegramme an ihre Mutter weg. Das alles ist aus Ilarias Perspektive erzählt, so Feßmann. Ihr gefällt, wie sicher Zalapi den Ton des Kindes trifft, das so viele Ambivalenzen aushalten muss, in diesem Auto als "klaustrophobischen Raum der Zweisamkeit". Der französische Titel, der von einer "Eroberung des Ungehorsams" spricht, ist treffender gewählt, meint die Rezensentin, die gern einen ungewöhnlichen, kraftvollen Roman empfiehlt.
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