Aus dem Amerikanischen von Susanne Reinker Ullstein. Wir brauchen eine Revolution der Verhütungsfrage! Gabrielle Blair macht ohne Wenn und Aber deutlich: Wir müssen die Männer in die Pflicht nehmen - aus physiologischen ebenso wie aus Gerechtigkeitsgründen. Die 28 schmissig präsentierten Argumente sind ein Augenöffner dafür, wie sehr das Patriarchat unsere Intimleben prägt und dass Sex und Verantwortung zwingend zusammengehören. Es ist ein Debattenbuch für alle, die keine Angst vor patriarchal geprägten Tabus haben - und mit ihnen aufräumen wollen. Nur weil Frauen Kinder bekommen können, sollen sie für die Verhütung zuständig sein? Kann es sein, dass wir da ein paar Fakten ignorieren? Männer können lebenslang 24/7 Kinder zeugen, während Frauen pro Zyklus nur einen Tag fruchtbar sind. Frauen können ihren Eisprung weder steuern noch verhindern, während Männer ihren Samenausstoß durchaus lenken können - und sei es in ein Kondom. Gabrielle Blair liefert die ultimative Grundlage, die Verantwortung für Verhütung neu auszudiskutieren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.03.2024
Rezensent Philipp Bovermann lässt sich nur ungern anschreien von Gabrielle Blair, die in ihrer Streitschrift nicht eben zimperlich gegen ungewollte Schwangerschaften polemisiert, indem sie den Männern die volle Verantwortung dafür zuschanzt. Ejakulieren sei schließlich eine bewusste Entscheidung. Das Vokabular, mit dem Blair ihre Vorwurfskaskade bestückt, fühlt sich für Bovermann an wie eine Keule auf den Kopf. Und wenn die Autorin "chirurgisch" sexuelle Innigkeit und Befruchtung trennt, wird Bovermann kalt. Die schrille Tonlage lässt den Rezensenten mitunter vergessen, dass Blair durchaus "einen Punkt hat".
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 01.02.2024
Interessiert liest Rezensentin Katharina Teutsch Gabrielle Blairs Buch, das sich selbst als Streitschrift ankündigt und dafür argumentiert, dass nicht Frauen, sondern Männer für Verhütung verantwortlich sein sollten. Was sich hier abbildet, so Teutsch, ist auch eine Debatte zwischen Generationen, schließlich galt die Pille einst als Mittel weiblicher Emanzipation, heutzutage hingegen stören sich viele junge Frauen an den Gesundheitsgefahren des Präparats. Blair unterfüttert ihre Argumentation mit empirischen Studien und weist laut Teutsch darauf hin, dass Frauen die ganze Zeit verhüten müssen, obwohl sie nur an einem Tag ihres Zyklusses schwanger werden können. Insgesamt zeigt das Buch der Rezensentin, wie sehr es gesellschaftlich akzeptiert ist, dass Frauen Schmerzen hinzunehmen haben.
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