Aus dem Norwegischen von Ute Hempen. In seiner Jugend galt er als Tunichtgut, der lange nicht wusste, was er werden sollte. Nach dem Erscheinen seiner großen Romane "Krieg und Frieden" und "Anna Karenina" machte er eine innere Wandlung zum Asketen und Prediger der Gewaltlosigkeit durch. Er war im Laufe seines Lebens Pazifist und Kriegsgegner geworden, der die Gewaltlosigkeit zum obersten Prinzip erhob. Tolstoj hat mit dieser Lehre zahllose Anhänger weltweit gefunden. Der bedeutendste ist wohl Mahatma Gandhi gewesen. Die Grundlage für seinen Glauben und die Schilderung des Tolstoismus ist stehen besonders im Blickpunkt Geir Kjetsaas.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.01.2002
Gerade einer wie Lew Tolstoj, dem das Verstehen ein zentrales Anliegen war, wurde in extremem Maße missverstanden, wobei der berühmte Dichter für viele Fehldeutungen seiner Texte selbst verantwortlich gewesen sei, weiß Ulrich M. Schmid. Eine Tolstoj-Biografie müsse beachten, fordert der Rezensent, dass weder das Leben noch das Werk Tolstojs eine einzige Lesart zulassen. Der norwegische Slawist Gejr Kjetsaa hat diese Schwierigkeit mit Bravour gemeistert, lobt Schmid. Mit detailreicher Sachkenntnis zeichne der Autor das Leben des Schriftstellers nach und übe sich dabei stets in vorbildlicher Bescheidenheit, erkennt der Rezensent an.
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