Von Joachim Weimann, Andreas Knabe und Ronnie Schöb. Kritischer Blick auf die Glücksforschung. Steigende Einkommen haben uns in den letzten Jahrzehnten nicht zufriedener gestimmt, so die Diagnose der Glücksforschung. Aber stimmt der Befund? Pointiert rücken die Autoren diesem zu Leibe. Ihre Thesen: Die Glücksmessung ist zu fehleranfällig. Das Glück gibt es nicht das subjektive Wohlbefinden ist mehrdimensional. Und: Die Glücksforschung eignet sich nicht zur Messung des gesellschaftlichen Fortschritts. Ihre Ergebnisse machen klar, dass die Dinge nicht so einfach sind, wie es viele Glücksökonomen darstellen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.09.2012
Komplex wie das Leben selbst findet Gert G. Wagner die Ergebnisse in diesem von den Wirtschaftsprofessoren Joachim Weimann, Andreas Knabe und Ronnie Schöb verfassten Buch. Und lernen kann er auch etwas: Dass Geld zwar glücklich macht, jedoch nur auf indirekte Weise, nämlich durch die damit einhergehenden Möglichkeiten der Lebensgestaltung. Den Buchtitel verbucht Wagner also unter Marketing. Weiterhin erfährt er, wie wichtig die Unterscheidung zwischen Zufriedenheit und Glück ist und dass Erhebungen in diesem Punkt richtig liegen, die nicht affektives Glück, sondern kognitives Wohlbefinden erfragen. Ferner schreiben die Autoren über Topzufriedenheiten und das Problem ihrer Gewichtung. Der Rezensent kommt zu dem Schluss, dass die Zufriedenheitsforschung durchaus zu politischen Empfehlungen führen kann. Dass die Autoren in ihrem Buch auf solche Ratschläge verzichten, findet er angesichts der hier aufgezeigten Schwächen der Glücksforschung vernünftig.
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