Im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegeben von Christine Eifler und Ruth Seifert. Ob als einfacher Rekrut oder als Offizier in vielen Ländern sind Frauen seit Jahren selbstverständlicher Teil des Militärs. Ihr Eindringen in die klassische Männerdomäne hat in fast allen Armeen zu Unruhe und energischen Widerständen geführt. Die Anwesenheit von Frauen erschüttert nicht nur den militärischen Alltag, sondern auch das männliche Selbstverständnis. Ursachen, Hintergründe und Folgen dieser Prozesse präsentiert dieses Buch anhand der Erfahrungen von Frauen in so unterschiedlichen Armeen wie in Deutschland, den USA, in Israel, China, Japan und in Russland.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.12.2004
"Wenig Spielraum für Illusionen" lässt das neue Buch zum Thema Frauen im Militär, das Ruth Seifert und Christine Eifler gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegeben haben, weiß Rezensentin Ulrike Baureithel. Der Sammelband umfasst Interviews mit Soldatinnen aus Russland, Japan, Israel, Deutschland oder USA und zeige zunächst viel "Erwartbares". Dass Frauen vielerorts zwar militärische Dienste leisten dürften, jedoch stets fern der Kampfzone; oder dass der Aufstieg im Militär noch viel schwieriger sei als im zivilen Leben. "Interessant" und "überraschend" dagegen findet die Kritikerin die Dokumentation zum "Fall Israel", wo Frauen bekannter Weise zwar dienstverpflichtet seien, dies jedoch "keineswegs emanzipatorische" Auswirkungen habe. Besonderes Lob gibt es für die Gespräche, die Eifler mit russischen Soldatinnen geführt hat: Ein "Höhepunkt" des Sammelbandes, der mitunter leider etwas zu wahrnehmungs- und bildlastig sei.
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