Als die Elektronische Musik um 1950 mit der Verheißung antrat, alle physischen Begrenzungen des Musizierens hinter sich zu lassen, war dies - neben vielem anderen - auch eine prometheische Männerphantasie. Doch gebar sie in der Folge alles andere als Entkörperlichung: Über die psychedelischen Trancen der 60er, die Kraftwerk-Robotik der 70er, die Techno-Ekstasen und genderpolitischen Interventionen der 90er bis zur Laptop-Performance oder Versuchen akustischer Kriegsführung - immer neu bleibt zu verhandeln, wie die Elektronik und der Körper von wem in welcher Absicht und in welchen Kontexten verkabelt werden.
Rezensent Andreas Hartmann ist durchaus davon angetan, was Herausgeberin Meike Jansen, den Club Transmediale vertretend, zum Status Quo der Geschlechterpolitik in der elektronischen Musik zusammengetragen hat. Doch einen roten Faden haben die Beiträge nur bedingt aufzuweisen. "So etwas wie ein Zentrum des Diskurses schält sich gar nicht erst heraus." Doch das ist wahrscheinlich Absicht, und so liest Hartmann den Band wohlwollend als "elektronischen Track", "also als offenes System". Auch wenn er einiges gern etwas konkreter gehabt hätte, ist er mit der Stoßrichtung insgesamt zufrieden. Ein bisschen ironisierend erinnert er daran, welche utopischen Projektionen noch vor zehn Jahren auf die elektronische Musik gerichtet wurden und lobt den sich dazu diametral verhaltenden "historisierenden und kühlen Blick" der Beiträge.
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