Aus dem Englischen von Stephan Kleiner. Warum reisen wir? Woher der feste Glaube, dass es uns an einem anderen Ort besser ginge? Der Himmel blauer wäre, das Lebensgefühl "echter", das Essen besser. Warum schreiben wir manchen Orten eine geradezu paradiesische Aura zu, nur um im nächsten Moment festzustellen, dass das Paradies definitiv woanders sein muss? Geoff Dyer geht diesen Fragen in seinem neuen Buch auf den Grund. Mit einzigartiger Beobachtungsgabe und sprühendem Witz nimmt er uns mit auf seine Reisen durch die Welt. Er berichtet von dem Versuch, in Französisch-Polynesien Gauguins Traumland zu finden, von seinem Trip in die Verbotene Stadt in Peking, auf dem er sich in seine Führerin verguckt, von seiner Reise ins eisige Norwegen, zu den Nordlichtern, die aber nicht den Anstand besitzen, rechtzeitig aufzutauchen. In einer furiosen Mischung aus Reisebericht, Essay, Kulturkritik und Fiktion erzählt er von erhebenden Momenten genauso wie von Situationen grandiosen Scheiterns. Kaum ein Autor vermag so anspruchsvoll, klug, elegant und lustig über die grundlegenden Fragen des Menschseins zu schreiben.
Jan Küveler lernt mit Geoff Dyer die Schönheit des Herumprobierens, Tastens und Scheiterns kennen. Dyers autobiografischen "Essaygeschichten", die sich laut Rezensent etwa mit Land Art befassen oder mit Reiseerfahrungen in Tahiti bestechen laut Küveler durch ihren unauffälligen "schlendernden" Sound, weniger durch Bonmots oder protzige Formulierungen. Dass nicht jeder Blick des Autors auch eine Entdeckung ist, macht Küveler schließlich gar nichts mehr aus. Sogar die Langweile und das Nachdenken darüber bieten dem Leser des Buches Erkenntnismöglichkeiten, staunt Küveler.
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