Mit einem Nachwort von Godela Weiss-Sussex. Georg Hermanns letzter Roman schildert das Schicksal einer deutsch-jüdischen Familie unter dem Nationalsozialismus. Berlin Anfang 1933, wenige Tage nach dem Reichstagsbrand: im Hause des jüdischen Papiergroßhändlers Heinrich Simon kommt die ganze großbürgerliche Familie zusammen, um das 75-jährige Firmenjubiläum zu begehen. Doch während vorne in den Salons die Gäste feiern, diskutiert man im Hinterzimmer die Dringlichkeit der Emigration. Denn die Lage im Land wird immer bedrohlicher, die ersten Großkunden ziehen sich zurück, auf der Straße marschieren SA-Trupps und Gerüchte über Verhaftungswellen machen die Runde: "Ahnten die wirklich noch nicht, was hier gespielt werden sollte?" Und dann muss es plötzlich ganz schnell gehen …In seinem letzten Roman fängt Georg Hermann die Verunsicherungen in einer deutsch-jüdischen Familie vor dem Hintergrund des beginnenden nationalsozialistischen Terrors ein. Ursprünglich vierteilig angelegt, konnte Hermann nur zwei Teile des Romans beenden, die zu Lebzeiten unveröffentlicht blieben und hier erstmals publiziert werden.
Ein eindrückliches Buch ist das, meint Rezensent Tobias Lehmkuhl über diesen Roman, den der deutsch-jüdische Autor Georg Hermann 1939 im niederländischen Exil schrieb - vier Jahre später wurde er in Auschwitz ermordet. Obwohl der 1871 geborene Hermann einer älteren Generation angehört, interessierte er sich für jüngere, zeitgenössische Autoren wie Kurt Tucholsky, und das merkt man, findet Lehmkuhl, seinem modernen, feuilletonistischen, an Kracauer und Benjamin erinnernden Stil auch an. Soziologisch exakte Beschreibungen finden sich im Buch, so der Rezensent, und auch das vielfältige Porträt einer jüdischen Großfamilie, die sich nicht dazu entschließen kann, Deutschland zu verlassen, obwohl draußen die SA antisemitische Mordlieder singt. Viele heute kaum noch präsente zeithistorische Details stecken in diesem Buch, heißt es weiter, vor allem aber erstaunt den Kritiker, wie wenig der Roman gealtert ist.
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