Wolf Kaiser (Hg.)

Der papierene Freund

Holocaust-Tagebücher jüdischer Kinder und Jugendlicher
Cover: Der papierene Freund
Metropol Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783863316402
Gebunden, 607 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Auf der Flucht, in Verstecken, in Ghettos und Lagern war es vielen jüdischen Kindern und Jugendlichen aus West-, Mittel- und Osteuropa ein tiefes Bedürfnis, ihre Erlebnisse und Gefühle schriftlich festzuhalten. Auszüge aus in neun Sprachen verfassten Tagebüchern werden in dieser Anthologie erstmals auf Deutsch veröffentlicht. Sie beeindrucken durch die Unmittelbarkeit der Beschreibungen und Berichte, aber auch durch die Einsichten und Reflexionen der jungen Autorinnen und Autoren. Sie spiegeln ihre Hoffnungen und Ängste, ihre Verzweiflung ebenso wie ihren Lebenswillen, den Mut und die Tatkraft wider, die sie der tödlichen Bedrohung entgegensetzten.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 26.08.2022

Rezensentin Stefanie Oswalt empfiehlt den von Wolf Kaiser herausgegebenen Band mit Tagebüchern jüdischer Jugendlicher aus Ost-, Mittel- und Westeuropa, die festhielten, wie sie den Holocaust erlebten. Für Oswalt eine bewegende wie erhellende Lektüre, da die zutage tretenden Geschichten so verschieden sind wie die Autoren und Autorinnen und dennoch Gemeinsamkeiten aufweisen. Dort zum Beispiel, wo vom Verlust der sozialen Kontakte und des Schulbesuchs die Rede ist. Dass Kaiser die größtenteils unveröffentlichten Texte mit biografischen Einführungen und Fußnoten versehen hat, findet Oswalt großartig. Der Leser bekommt Einblicke in die Gedanken und Hoffnungen der Jugendlichen, von denen nicht alle den Nazi-Terror überlebten, so Oswalt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.08.2022

Rezensent Wilfried Wenke zeigt sich tief berührt von den von Wolf Kaiser herausgegebenen Tagebüchern jüdischer Jugendlicher aus der Zeit der NS-Verfolgung. Die Edition findet Wenke vorbildlich, die Einleitung und den Kommentar sachlich und kompetent, die Übersetzung sorgsam. Aufzeichnungen aus unterschiedlichen Ländern und Sprachen wie die von Lena Jedwab aus Polen oder Barend Spier aus den Niederlanden lassen den Leser Ängste und Hoffnungen der verfolgten jungen Menschen nachempfinden, meint Wenke.

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