Anfang 1933 waren in den jüdischen Gemeinden von Hamburg, Altona und Wandsbek etwa 24.000 Mitglieder organisiert, deren Leben zwischen 1933 und 1938/39 in sozialer, politischer, institutioneller, wirtschaftlicher, religiöser und kultureller Hinsicht in dieser Dokumentation erstmals umfassend dargestellt wird. Ein Leben, das beherrscht wurde durch zunehmende Entrechtung, gesellschaftliche Diskriminierung, staatliche Unterdrückung und Verfolgung sowie den Verlust an humaner Solidarität durch die nichtjüdische Gesellschaft. Dagegen steht das reiche jüdische Gemeindeleben in seinen vielfältigen Aktivitäten der Selbsthilfe, seinen Vereinen, Organisationen und die Verteidigung der jüdischen Selbstachtung. Die Historikerin Ina Lorenz und der Jurist Jörg Berkemann haben in einer nahezu zwanzigjährigen Forschungsarbeit das umfangreiche Quellenmaterial gesichtet und ausgewertet. Das Ergebnis dieser langjährigen Recherchen liegt nun in einer zweibändigen Monografie sowie einer mehrbändigen kommentierten Quellenedition vor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.08.2016
Rolf Lamprecht lobt die jahrelange akribische Arbeit der Geschichtsprofessorin Ina Lorenz und des Rechtsprofessors Jörg Berkemann, deren Ergebnis nun auf 5000 Seiten vorliegt. Die insgesamt sieben Bände spiegeln laut Lamprecht am Beispiel von Hamburg die Verwandlung einer Gesellschaft zum Bösen wider. Dass es kaum Widerstand gab gegen die institutionalisierte Menschenverachtung, dass die Hamburger wegschauten oder mitmachten bei der Judenverfolgung und wie stark die Solidarität unter den Opfern war, erfährt Lamprecht aus umfangreichen Quellen, monografisch und mit Registerband erschlossen. Als wissenschaftliches Pendant zu Klemperers Tagebüchern, repräsentativ und zugleich das Besondere darstellend, erscheint die Arbeit dem Rezensenten. Eine vergleichbare Dokumentation kennt er nicht.
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