Das Buch bietet einleitend eine historische Übersicht über die Entwicklung des Papsttums, im Hauptteil eine Geschichte des Papsttums und der einzelnen Päpste im 20. Jahrhundert. Die Päpste sahen sich konfrontiert mit den Ideologiesystemen von Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus, den Katastrophen der beiden Weltkriege und ihren Folgen, dem sozialen Wandel besonders in den Industriestaaten, dem Ende des kolonialen Zeitalters (mit erheblichen Auswirkungen auf die christliche Mission). Der Autor zeigt, wie sie darauf reagierten und stellt dar, wie das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) eine zeitgerechte Standortbestimmung von katholischer Kirche und Christentum unternahm.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999
Owen Chadwick zeigt sich angetan von dieser Porträtreihe der Päpste des 20. Jahrhunderts. Er weist aber darauf hin, dass die Päpste Johannes Paul I. und II. nur in der Zeit vor ihrer Papstwahl behandelt werden, weil der Autor sie noch nicht in eine historische Perspektive habe rücken wollen. Besonders würdigt Chadwick das Kapitel über Johannes XXIII., der in seiner leutseligen Art die Kirche reformierte (Vatikanisches Konzil), und den Abschnitt über Pius XII., der zur Hitler-Zeit Papst war und bei Schwaiger "allenfalls mit einem leichten Anflug von Beschönigung" dargestellt werde.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
Geradezu empört zeigt sich Matthias Drobinski über einige Passagen dieses Buches. Zwar weiss er Schwaigers Papstgeschichte bis zur Zeit des Nationalsozialismus sehr zu würdigen: Er findet es detailreich, sachkundig, auch gerecht im Urteil über die Stärken und Schwächen der Päpste dieser Zeit. Aber deutlich ärgerlich wird der Rezensent über Schwaigers "undifferenziert apologetischen Verharmlosungen", was die der Rolle der Päpste bzw. der katholischen Kirche im Nationalsozialismus angeht. Drobinski listet etliche Beispiele auf, bei denen Schwaiger aus Nazis NS-Gegner gemacht, wichtige Predigten zum Kriegsbeginn unerwähnt gelassen und die Nürnberger Prozesse mit dem Satz abgehandelt habe, dass die Richter dort "selber schwerste Verbrechen begangen haben".
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