Die katholische Kirche ist die älteste, zahlenmäßig stärkste und wohl auch mächtigste Repräsentantin des Christentums. Aus einem sehr persönlichen Blickwinkel erzählt der Theologe Hans Küng die Geschichte dieser Institution von den Ursprungsmythen der Kirche des Anfangs, der Reichskirche, der Entstehung des Papsttums, der Inquisition, der Niederlage gegen den Islam, der Reformation und der Auseinandersetzung mit der Moderne. Neben allen historischen Ereignissen und Personen schildert Küng die Geschichte der katholischen Kirche auch als große Ideengeschichte des Glaubens.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2002
Ziemlich ungewöhnlich im Vergleich mit dem sonstigen Oeuvre des Autors findet Eberhard Jüngel das Format dieses Bande: ein eher schmales Buch. Das entspricht dem Genre der Einführung. Wiederum mehr dem Autor als dem Genre entspricht jedoch der Gestus, mit einem allzeit präsenten Ich-Erzähler Küng, der hier, mit Jüngels Worten, seine "ureigene Geschichte der katholischen Kirche" verfasst hat. Im ersten Kapitel zeichnet Küng Jesus als "Ur-Gestalt" der Kirche, es folgen acht Kapitel, gegliedert nach der "bekannten Paradigmen-Theorie des Verfassers". Das bedeutendste Paradigma ist das Papsttum, daher spielt es eine zentrale Rolle, nicht zuletzt gegen Ende, wenn Küng seine Reformhoffnungen auf einen "katholischen Gorbatschow" formuliert. Der Rezensent ist, auch in ihm sachlich falsch scheinenden Einzelheiten, nicht immer der Meinung des Autors, formuliert die auch durch das neue Buch nicht veränderte Lage der Dinge jedoch prägnant und nicht ohne Sympathie für den Autor: "Rom ist Rom. Und Küng bleibt Küng."
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