Der Kirchenhistoriker Jörg Ernesti stellt 16 Päpste seit 1800 vor. Das Buch bietet informative Portraits und schildert die Auseinandersetzungen des Papsttums mit den großen politischen, sozialen und ideologischen Herausforderungen der beiden letzten Jahrhunderte.Ging es den Päpsten bis 1870 noch um die Behauptung ihres politischen Gewichts, hatten sie sich danach als "Gefangene im Vatikan" und geistliche Autorität eines angefochtenen Katholizismus neu zu erfinden. Das 20. Jahrhundert brachte die Auseinandersetzung mit den totalitären Ideologien, den Katastrophen zweier Weltkriege sowie dem sozialen und politischen Wandel in der ganzen Welt (Ende des Kolonialismus). Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) versuchte einen Neuaufbruch für einen erstarrten Katholizismus, der seitdem die Spannungen zwischen Reformern und Konservativen austarieren muss, dabei immer bemüht, sich als moralische Größe in der sich rasant wandelnden Welt Gehör zu verschaffen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2024
Rezensent Otto Kallscheuer findet im Buch des Kirchenhistorikers Jörg Ernesti über die Päpste seit 1800 nichts wirklich Neues oder gar Kritisches. Der Autor ist bemüht um "katholische Ausgewogenheit", meint Kallscheuer. So kann er Pius XI. als hellsichtig und Mann einer klaren Linie bezeichnen und bedauern, dass keine Seligsprechung stattgefunden hat. "Wohlwollend" findet Kallscheuer auch Ernestis Sicht auf andere Päpste: Pius XII, dem der Autor diplomatische Zurückhaltung zum Holocaust attestiert, oder auch Ratzinger. Harmlose Papst-Porträts, die das Mäzenatentum und die Schöngeistigkeit der Pontifexe loben, erklärt der Rezensent etwas zerknirscht.
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