Mit 134 Abbildungen, davon 45 in Farbe. Aus dem Englischen von Karl-Heinz Siber. Kaum ein anderes Unternehmen ist so eng mit der deutschen Geschichte verflochten wie der Krupp-Konzern. Gleichzeitig war der Blick von Anfang an auf die Weltmärkte gerichtet. Harold James erzählt die Geschichte des Unternehmens, das zum Symbol für industrielle Pionierleistungen und soziale Verantwortung ebenso wie für die deutsche Rüstungsindustrie wurde. 1811 gegründet, machte Krupp in den ersten 25 Jahren seiner Existenz nichts als Verluste. Doch die Familie hielt an der Firma fest, die in der Zeit von Gründung und Aufstieg des deutschen Kaiserreichs ihr rasantestes Wachstum erlebte und zum größten Unternehmen Deutschlands wurde. Man misstraute dem ungebremst freien Markt und pflegte die Nähe zum Staat - bis in die Zeit des Dritten Reiches hinein. Nachdem die Führungsspitze in Nürnberg angeklagt und verurteilt wurde, gelang es dem Unternehmen dennoch, sich nach dem Zweiten Weltkrieg neu zu erfinden: als Symbol für den Erfolg und die Offenheit der Bundesrepublik. So verdichten sich in der Geschichte von Krupp die Geschicke einer berühmten Familie, die Politik, die Wirtschafts- und Technikgeschichte der letzten 200 Jahre auf einzigartige Weise.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.2011
Michael Epkenhans ergeht sich in Lob auf die Firma Krupp. Die aus Anlass des 200-jährigen Firmenjubiläums erscheinende Studie von Harold James, der die Firmengeschichte gut lesbar und insgesamt überzeugend nachzeichnet, wie Epkenhans feststellt, erscheint dem Rezensenten vor allem durch ihren Mut zu klaren Urteilen und zur Legendenidentifizierung wertvoll. So finden Autor und Rezensent gleichermaßen, dass Krupss Rüstungsgeschäft "komplizierter" war, als so mancher glauben machen will.
Was der in Princeton lehrende britische Wirtschaftshistoriker Harold James hier vorgelegt, kommt dem Rezensenten Dirk van Laak doch ein wenig wie eine Jubiläumsschrift vor. Generation für Generation handelt der Autor die Geschicke der Krupp'schen Unternehmerdynastie ab, deren familiäres Führungspersonal ihm mal mehr, mal weniger farbig gerät, wie der Rezensent festhält, wobei offenbar Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, der für seine Geschäfte mit den Nazis vor dem Nürnberger Tribunal landete, besonders blass bleibe. Dass die Geschichte der Krupps heute nicht mehr als eine von der fatalen "Kumpanei von Kapital und Politik" erzählt werden, kann der Rezensent zwar verstehen, aber als bloßes Beispiel gemeinnützigen Unternehmertums, das seinen historischen Höhepunkt unter Stiftungsvorstand Berthold Beitz erreichte, findet er sie offenbar auch nicht ganz überzeugend.
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