Gerald Murnane

Landschaft mit Landschaft

Cover: Landschaft mit Landschaft
Suhrkamp Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783518225141
Gebunden, 400 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Rainer G. Schmidt. Ein Mann soll vor einem komplett weiblich besetzen Komitee die Wahrheit über sein Intimleben aussagen, doch je mehr er sich anstrengt, desto unrettbarer verheddert er sich in seine Fantasien und Träume. Ein anderer Mann sucht im Hügelland rings um die Metropole über zwanzig Jahre lang wie besessen nach einer Landschaft und einer Frau, die kein Künstler zu malen vermöchte. Ein Dritter - oder ist es ein- und derselbe Mann? - sabotiert sich auf Partys selber mit Drinks, bei dem Versuch, Frauen nachhaltig zu beeindrucken, indem er ihnen minutiös seine neueste Theorie des Schreibens auseinandersetzt. Landschaft mit Landschaft, das sind weitreichende Erkundungen von inneren wie äußeren Gegenden, in denen wir eigentlich noch nicht gewesen sind.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.09.2020

Rezensentin Angela Schader empfiehlt Gerald Murnanes Erzählungen, um die Verflechtung von Leben und Werk bei dem 1939 in Melbourne geborenen Autor kennenzulernen. Der Zyklus der "lose miteinander verbundenen" Texte macht laut Schader mit Murnanes Landschaftsbegriff und -sehnsucht ebenso bekannt wie mit seinem Topos der inneren Zerrissenheit und Identitätssuche, etwa unter Immigranten oder bei einem jungen Mann zwischen geistlicher und weltlicher Laufbahn. Schader, die dem Werk Murnanes im Allgemeinen und diesem Roman im Besonderen eine sehr ausführliche Besprechung widmet, stellt den Autor vor als Meisterstilist mit einem gelegentlichen Hang zu Wiederholungen, als Autor, der nie reist, aber mit Vorliebe in die Ferne sieht. Ein noch zu entdeckendes "eigenartiges und anspruchsvolles" Werk.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 27.07.2020

Maike Albath empfiehlt die sprachliche Spannkraft in den literarischen Texten des australischen Schriftstellers Gerald Murnane. Auch wenn die Handlung in diesem "elegant verzahnten Geschichtenreigen" von 1985 nebensächlich ist, wie Albath erklärt, schillernd ist dieses Textgewebe allemal, beteuert sie. Albath fühlt sich erinnert an Calvino und Borges, wenn Murnane seinen Ich-Erzähler in "innere Resonanzräume" abtauchen lässt, wie bei einer Matroschka-Puppe Geschichten aus Geschichten entstehen lässt und schließlich zum Ausgang des Ganzen zurückkehrt.