Aris wurde in Griechenland geboren und als Kleinkind von Helmut und Gitte adoptiert - eine Art persönliche deutsch-griechische 'Wiedergutmachung'. Er ist inzwischen Altenpfleger und sein Job eine Zumutung oder, wie einer seiner greisen Patienten es formuliert: "Diese traurigen Augen, da wird man ja lebensmüde." Als die todkranke Frau Xenaki ihm einen ungewöhnlichen Handel anbietet, schlägt er deshalb nach kurzem Zögern ein: Er soll für etwas Geld nach Griechenland reisen, um ihrer Enkelin Aphrodite eine Erbschaft zukommen zu lassen.
Gleich nach seiner Ankunft in Athen wird Aris vom lebensklugen Kioskbesitzer Stelios und vom Möchtegern-Gigolo Sakis in allerhand seltsame Probleme verwickelt, bevor er Aphrodite und die versteckte Erbschaft überhaupt ausfindig machen kann. Es stellt sich heraus, dass es sich bei der Hinterlassenschaft um alte Familienphotographien handelt. Sie erzählen von Griechenlands dunkelster Zeit, in der Frau Xenaki gegen die deutsche Besatzung kämpfte, gemeinsam mit Aris Kommenos. Der berühmte Widerstandskämpfer ist der Namenspatron von Aris. Und der fragt sich: Wusste Frau Xenaki das?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 17.01.2019
Knapp, aber freundlich bespricht Rezensent Rainer Moritz den Debütroman des deutsch-griechischen Autors Gerasimos Bekas. Die Erzählung um den jungen, bei deutschen Adoptiveltern aufgewachsenen Altenpfleger Aris, der im Auftrag der betagten Frau Xenaki nach Griechenland reist, um deren Enkelin ihr Erbe zu überreichen, führt den Kritiker auf abenteuerreichen Pfaden in jenen Teil griechischer Geschichte, als die Nazis das Land besetzt hatten. Wie Bekas darüber hinaus die griechische Gegenwart zwischen "Schulden, Elend und Bauernschläue" erkundet, findet Moritz "erfrischend".
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