Dass der Sozialstaat in seiner gegenwärtigen Form ein Auslaufmodell ist, darüber besteht mittlerweile weitgehend Konsens. Über die Alternativen wird noch gestritten. Zu den wohl provokantesten Alternativen gehört das Modell der Teilhabegesellschaft: Jeder junge Bürger soll mit 18 Jahren als Startkapital eine steuerfinanzierte Sozialerbschaft von 60 000 Euro erhalten. So soll ihr oder ihm die Chance eröffnet werden, seines eigenen Glückes Schmied zu sein. Die Finanzierung erfolgt aus der Besteuerung von Vermögen und Erbschaften. Die Autoren haben das in den USA entwickelte Modell auf die deutschen Verhältnisse übertragen und durchgerechnet. In einem Anhang nehmen gesellschaftspolitische Vordenker aus Politik und Wissenschaft zu dem Vorschlag Stellung: Warnfried Dettling (CDU), Thomas Meyer (SPD), Ralf Fücks (Bündnis 90/Die Grünen), Katja Kipping (PDS), Jens Beckert (MPI Köln), Gert Wagner (DIW), Hildegard Nickel (Humboldt-Universität) und Wolfgang Schröder (IG Metall).
Als "gutes Buch", profund und gut lesbar zudem, lobt Rezensent Warnfried Dettling diese Überlegungen zu Gerechtigkeit und Chancengleichheit in dieser Gesellschaft. Denn die Autoren würden nicht nur die richtigen Fragen stellen, sondern sich sogar an Antworten wagen. So ist das Buch zur Freude des Rezensenten sogar geeignet, die etwas "schwerblütige Debatte" um eine Reform des Wohlfahrtstaates zu inspirieren. Der Rezensent, der übrigens selbst einen Beitrag zu diesem Band beigesteuert hat, fasst Vorschläge und Kernthesen des Buches zusammen, und freut sich, dass das Buch zeitgleich mit seinen Vorschlägen eine "intelligente Debatte" darüber beginnt.
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