Neoliberale Wirtschaftspolitik betrachtet Angst als mobilisierenden Faktor. Sie schürt Angst vor Altersarmut, sozialem Abstieg und dem bevormundenden Staat. Doch ist es das, was wir angesichts von Pandemie, Krieg und Klimakrise brauchen? Markus Marterbauer und Martin Schürz plädieren für eine Wirtschaftspolitik, die begründeten Ängsten gezielt entgegenwirkt, die Verängstigten bestärkt, Hoffnung weckt und Freiheit schafft. In einer Gesellschaft, in der Wenige Milliarden besitzen, darf es keine Armut geben, und es darf nicht mit Angstmacherei Politik betrieben werden. Ein Plädoyer für hohe Mindeststandards in einem besseren Sozialstaat, Löhne, von denen man gut leben kann, und eine Begrenzung des Reichtums.
Rezensentin Katja Scherer empfiehlt das Buch des Ökonomen Markus Marterbauer und des Psychotherapeuten Martin Schürz für eine klarere Sicht auf Ungleichheit und die Möglichkeiten der Umverteilung. Auch wenn sich die Autoren auf österreichische Verhältnisse beziehen, wie Scherer anmerkt, kann der Leser ihren Forderungen nach Abschaffung von Armut und existenziellen Ängsten und nach einer Beschränkung von Vermögen gut folgen, findet die Rezensentin. Spannend findet sie die Interviews mit Expertinnen im Band über Kinderarmut. Leider bleibt der Begriff Armut für Scherer dennoch etwas abstrakt.
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