Stammzellen sind Zellen, von denen andere Zellen "abstammen". Und weil die Wissenschaftler diesen lebenslangen Prozess der "Selbsterneuerung" Stück für Stück besser verstehen, werden Therapien möglich, die verhindern, dass wir überhaupt krank werden. In den Stammzellen liegt der Schlüssel für den größten Fortschritt, der in der Medizin momentan denkbar ist, und das Wissen darüber, wie und warum der Mensch altert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2009
Robert Jütte ist dankbar für diese Publikation. Eine verständliche Einführung in die Stammzellenforschung hält er für überfällig. Dass Gerd Kempermann vom Fach ist und ohne Polemik auch die ethischen Aspekte des Themas eingängig beleuchtet, freut ihn. Kempermanns These, wonach die Forschung an Stammzellen des Gehirns viel bedeutender ist, als die in den Medien stets im Vordergrund stehende embryonale Stammzellenforschung, überrascht den Rezensenten, überzeugt ihn aber auch durch den im Band dokumentierten Forschungsstand. Bezüglich der hitzig geführten Debatten um die Forschungsethik, lässt sich Jütte vom Autor belehren: Eine sinnvolle ethische Beurteilung setzt unbedingt die Kenntnis der Fakten voraus. Wie sich diese Kombination erreichen ließe, kann Kempermann zwar nicht vermitteln, dem Rezensenten jedoch genügt einstweilen das vom Autor aufgebrachte Verständnis für die verschiedenen Position innerhalb der Debatte und die Kritik an einer Forschung, die falsche Erwartungen im Bereich der Therapie weckt, um diesen Band als hilfreich einzustufen.
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