Macht wird häufig negativ betrachtet, doch im gesamten sozialen Leben wird sie ausgeübt, auch in einem demokratischen Staatswesen, das den Gebrauch der Macht durch Verfassung und Gesetze einschränkt. Macht entsteht durch den Wunsch und die Fähigkeit, das Verhalten und Denken anderer zu beeinflussen und zu lenken. Zwei Herren, eine Dame und die mächtigste politische Position in der Bundesrepublik sind der Ausgangspunkt für diese Analyse. Alle drei sind Machtmenschen. Sonst wären sie nie in dieses Amt gelangt. Gerd Langguth, ausgewiesener Kenner des Politikbetriebs und Autor hochgelobter politischer Biografien, untersucht die Regierungsstile der drei Kanzler-Persönlichkeiten und beleuchtet ihre verschiedenen Facetten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2009
Groß angelegt, aber leicht geschrieben. Für Gregor Schöllgen ist dieses wesentlich aus bereits Veröffentlichtem und Zitaten kompilierte Buch trotz seines Hangs zur Wiederholung, wie er schreibt, durchaus ein Quell von Insiderinformationen. Was der CDU-Mann Gerd Langguth über Kohl, Schröder und Merkel und ihr Verhältnis zur Macht zu berichten hat, findet Schöllgens Interesse. Bemerkenswert erscheinen ihm insbesondere das quellensatte Bild des Ex-Kanzlers Schröder (Kritik an seinem Nachleben eingeschlossen), Langguths Kohl-Kritik und sein vernichtendes Urteil über Lafontaine sowie das allerdings auf seine Merkel-Biografie zurückgreifende Kanzlerin-Porträt. Dass weder die Kanzlerin noch Kohl oder Schröder selbst dem Autor als Interviewpartner zur Verfügung standen, ist vor diesem Hintergrund vielleicht zu verstehen, für Schöllgen aber ist das "mehr als ein Schönheitsfehler".
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