Gerd Ruge

Russland

Die Deutschen und ihre Nachbarn
Cover: Russland
C.H. Beck Verlag, München 2008
ISBN 9783406578502
Gebunden, 207 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

"Die Deutschen und ihre Nachbarn" - unter diesem Titel geben Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker gemeinsam eine auf zwölf Bände angelegte Reihe heraus, die den Deutschen Politik, Gesellschaft und Kultur unserer europäischen Nachbarländer vorstellt. Was wir auf vielerlei Reisen in uns aufnehmen, das soll hier vertieft und dabei auch von mancherlei Vorurteilen befreit werden. Dabei steht nicht so sehr das lexikalische Grundwissen im Vordergrund, sondern die lebendige Anschauung der Lebensverhältnisse und der jeweiligen nationalen Besonderheiten - auch im Verhältnis zu Deutschland.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.02.2009

Auch wenn Russland kein direkter Nachbar Deutschlands sei, so hält es Klaus Harpprecht für mehr als angebracht, dass das Land in die Buchreihe "Die Deutschen und ihre Nachbarn" aufgenommen wurde. Der Autor Gerd Ruge, den der Rezensent für den "Nestor unter den deutschen Russland-Experten" hält, hebt in seinen Schilderungen hervor, dass die Gemeinsamkeit der beiden Länder darin bestehe, von den "beiden größten Verbrechern der Weltgeschichte regiert" worden zu sein. Harpprecht bescheinigt ihm eine "kluge Nüchternheit" in der Aussage, es sei verständlich, dass ein Volk nach jahrhundertealter Tradition von Diktatur Schwierigkeiten "auf dem Weg zu einer zivilisierten Demokratie" habe. Etwas kritisch betrachtet er jedoch Ruges Haltung, es sei ausgeschlossen, dass Russland Bestrebungen im Sinn habe, "wieder ein autokratisches Imperium zu werden".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.12.2008

Gerd Ruge hat eine kompakte, ausgewogene und verständliche Darstellung der russischen Geschichte in ihrem Verhältnis zu den Deutschen vorgelegt - so das Fazit des Rezensenten Ingo Petz. Das Buch ist als Teil der Reihe "Die Deutschen und ihre Nachbarn" erschienen, deren Zielsetzung es sei, "das Verständnis für unsere europäischen Nachbarn zu vertiefen". In diesem Sinne kann Petz die Darstellung Ruges gerade als Einführung ausdrücklich empfehlen. Es gelinge dem Fernsehreporter, seinen "volksnahen" Stil auch schriftlich im Sinne einer klaren Darstellung fruchtbar zu machen, die gleichwohl intellektuell überzeugen könne. Ruge beschäftigt sich zunächst mit Bildern und Vorstellungen, die Russen und Deutsche voneinander hatten und haben, um dann chronologisch im Wesentlichen die politische Geschichte Russlands seit dem Mittelalter - mit Exkursen in die Sozial-, Kunst- und Literaturgeschichte - zu erzählen. Die zwischen großer Nähe und Feindschaft schwankenden wechselseitigen Beziehungen bleiben ein roter Faden der Darstellung. Der Rezensent wundert sich lediglich darüber, dass die sowjetische Nachkriegszeit nur ungenügend behandelt werde, obwohl sie doch in Ruges eigene Zeitzeugenschaft falle.

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