Mit 11 schwarz-weiß Abbildungen. Gotteslästerung - nichts scheint dem frommen Mittelalter und dem Zeitalter von Reformation und Konfessionskämpfen ferner zu sein als der Angriff auf die göttliche Ehre. Gerd Schwerhoff zeigt, dass Blasphemie ein "außergewöhnlich normales" Phänomen jener Epoche war. Dabei begreift er die Blasphemie als theatralische Selbstinszenierung, als einen sozialen Code, der in verschiedenen Kontexten sehr unterschiedliche Bedeutungen hatte. Seine Studie basiert auf einer Analyse des theologischen und rechtlichen Diskurses, aber auch der gesellschaftlichen Praxis.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2006
Caroline Schnyder hat diese Studie von Gerd Schwerhoff, in der er blasphemische Äußerungen vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert untersucht, mit großem Interesse gelesen. Die Rezensentin lobt die Anschaulichkeit, mit der der Dresdner Historiker zunächst die Diskurse der Theologen zu Gotteslästerungen unter die Lupe nimmt, um sich dann der "sozialen Realität" und Praxis blasphemischen Sprechens zu widmen. Schwerhoff verstehe Blasphemien als "eine Art Männlichkeitsritual" einerseits, als "negatives Glaubensbekenntnis" andererseits, teilt die Rezensentin mit, die findet, dass insbesondere der weit gefasste Zeitrahmen dieser "material- und ideenreichen" Arbeit viel "Diskussionsstoff" bietet. Denn obwohl der Gedanke nahe liege, dass besonders die Reformationszeit einen "Bruch" in der Verfolgung von Gotteslästerungen darstellt, seien sich die Kirchen in der Ablehnung und Verfolgung von Gotteslästerungen völlig "einig" gewesen, so Schnyder. Insgesamt zeigt Schwerhoffs Studie aber, dass die "Spielräume", in denen sich der Gotteslästerer in vormodernen Zeiten bewegte, "größer waren" als man meinen könnte, stellt die Rezensentin überrascht fest.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…