Mit zahlreichen Fotos, Dokumenten und Faksimiles. Die Existenz der DDR war seit ihrer Gründung stets gefährdet. Gerhard Beil sicherte sie über Jahrzehnte auf dem Gebiet der Außenwirtschaft. Er besorgte dieses Geschäft mit Umsicht, Intellekt, Loyalität und politischer Überzeugung. Als er 1987 mit Honecker und dem Regierungstross zum Staatsbesuch in die Bundesrepublik reiste, gab ihm die Bonner Protokollabteilung das Kärtchen mit der Nr. 4. Diese Ziffer benannte ziemlich genau seinen Platz in der Hierarchie der politischen DDR. Beil berichtet über die Geschäfte mit dem Westen, über die Diplomatie bei Reisen und Messerundgängen, bei Jagdausflügen und unter vier Augen. Sein Buch verrät, was heute verschwiegen wird: die Seriosität der DDR.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2010
Dass der Autor die wirtschaftliche Schwäche der DDR als Stärke verkaufen will und gar nicht merkt, welches Armutszeugnis er "seinem" Staat dabei ausstellt, scheint Joachim Scholtyseck zu amüsieren. Empfehlen kann er das Buch des ehemaligen Staatssekretärs und letzten Ministers für Außenhandel der DDR, Gerhard Beil, aber noch lange nicht. Die unfreiwillige Entlarvung gehört nämlich zu den witzigeren Stellen im Buch. Ansonsten liest der Rezensent Anklage über Anklage. Gegen die Sowjets, gegen den Westen. Oder mit Fotos belegte Prahlerei, die die internationale Anerkennung der DDR belegen soll. Für Scholtyseck belegt der Band indes nur eines: die Unbelehrbarkeit des Autors auch nach 20 Jahren.
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