Die Staaten des Warschauer Paktes wurden in den letzten zwei Jahrzehnten ihres Bestehens von Funktionären beherrscht und geprägt, die vieles einte: Sie waren in Krisensituationen mehrheitlich durch gezielte Entmachtung des Vorgängers oder einen Putsch gegen ihn an die Macht gekommen.
Die Autorinnen und Autoren der Beiträge in diesem Band fragen, wie politische Herrschaft durchgesetzt und staatliche Macht verkörpert wurde in einer Zeit, in der dem Kommunismus seine Legitimation, das bessere Morgen, abhandengekommen war und scheinbare Stabilität der Herrschaftsapparate mit faktischer Machterosion einherging. Sie beleuchten kulturelle und milieuspezifische Prägungen der Generalsekretäre ebenso wie ihre sozialen und generationellen Eigenheiten, und sie analysieren Politikstile und Herrschaftsrituale in der Zeit des Realsozialismus.
Mit Beiträgen zu Josip Broz Tito, Todor C. Schiwkow, János Kádár, Leonid Breschnew, Nicolae Ceauşescu, Gustáv Husák, Edward Gierek, Erich Honecker, Wojciech Jaruzelski und Michail Gorbatschow.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.06.2019
Helmut Altrichter findet die in dem von Martin Sabrow und Susanne Schattenberg herausgegebenen Band versammelten Lebensläufe der kommunistischen Staatslenker aufschlussreich, auch wenn er anmerken muss, dass die im Band Dargestellten tatsächlich nicht in jedem Fall die letzten Generalsekretäre waren, sondern durchaus Nachfolger hatten. Politische Gemeinsamkeiten wie die Sorge um den Frieden und die Hoffnung auf die Erfüllung der Wohlstandsversprechungen, Unterschiede und Sonderwege der einzelnen Nationen werden für ihn bei der Lektüre dennoch sichtbar.
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