Harald Jäger kann nicht ahnen, welch bedeutende Rolle ihm einmal zufallen wird, als er sich 1961 freiwillig zum dreijährigen Dienst bei der DDR-Grenzpolizei meldet. Aus einem kommunistischen Elternhaus stammend, lässt er sich vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) anwerben, durchläuft die Kaderschmieden der SED und die geheime Hochschule des MfS, arbeitet als Fahndungsoffizier und spezialisiert sich in der Terrorabwehr - eine DDR-Musterkarriere. Welche Erfahrungen führen dazu, dass ausgerechnet Harald Jäger das Ende seines Staates besiegelt? Welche dramatischen Szenen spielen sich in der Nacht des 9. November hinter den Kulissen jenes Berliner Grenzübergangs ab, ehe er den Befehl verweigert und auf eigene Faust den Schlagbaum öffnet?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2007
Nicht unbedingt neu ist das, was hier über den 9. November 1989 zu lesen ist, muss der Rezensent einräumen. Dass Karl Wilhelm Fricke das Buch dennoch mit Spannung gelesen hat, liegt an der Verquickung der Fakten mit der Biografie des Grenzpostenleiters Harald Jäger. Für Fricke entsteht daraus ein "populäres Sachbuch". Die Zusammenführung von erinnertem DDR-Alltag und Quellendokumenten "im Reportagestil" führt Fricke zu der Frage, ob hier ein Einzelner tatsächlich Weltgeschichte geschrieben hat. Nicht ganz, meint Fricke, findet aber die von Gerhard Haase-Hindenberg dokumentierte Geschichte Harald Jägers allemal respekteinflößend.
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