Der Kulturwissenschaftler Gerhard Schweizer zeigt anhand persönlicher Eindrücke sowie an zahlreichen Beispielen aus Geschichte und unmittelbarer Gegenwart, auf welch vielfältige Weise die islamische und die abendländische Welt kulturell miteinander verflochten sind; weshalb die Kulturmacht Islam während des Mittelalters Europa an Toleranz und Fortschrittlichkeit weit überlegen war; weshalb der Westen seit Beginn der Neuzeit den islamischen Orient in die Defensive drängte; weshalb der Fundamentalismus heute im islamischen Raum zu größeren Erschütterungen führen muss als in westlichen Industriegesellschaften.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.12.2003
Für Friedrich Niewöhner ist es grundsätzlich ein Verdienst, gegen "pauschale Vorurteile" anzuschreiben, und schon deshalb ist diesem Buch über den Gegensatz von Islam und dem Abendland seine Anerkennung sicher. Dem in Wien lebenden Gerhard Schweizer gehe es in seiner Studie um "Toleranz" und Aufklärung, betont der Rezensent, der angetan bemerkt, dass der Autor dieses nicht durch "Vereinfachung", sondern durch differenzierte Faktenvermittlung zu erreichen sucht. Desgleichen versucht Schweizer in seinen Gegenüberstellungen zwischen Islam und dem Abendland nicht, die Unterschiede klein zu reden, lobt der Rezensent. Durch den nach Themen gegliederten Aufbau des Buches rücken interessante Vergleiche in den Blick, die deutlich machen, dass vieles, was dem Islam vom Westen vorgeworfen wird, auch dort zu kritisieren ist, während gleichzeitig viele "Errungenschaften" des Westens auch im Islam zu finden sind, so Niewöhner zustimmend. Ein Buch, dass Vorurteilen durch differenzierte Information entgegentritt, so das abschließende eingenommene Urteil des Rezensenten.
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