Ob Sudan, Simbabwe oder Kaukasus - Gernot Erler, einer der profiliertesten deutschen Außenpolitiker, ist in Krisenregionen vor Ort. Auf spannende Weise macht er klar, dass Eigeninteressen und die Lösung globaler Probleme zusammengehören. Auf die Frage Deutschland wohin? sagt er: Normal und mächtig reicht nicht. Denn die Weltgemeinschaft hat viele Sorgen und wenig Antworten: Ungelöste regionale Konflikte, eine wachsende Weltbevölkerung und plötzlich wieder knappe Nahrungsmittel, das ruppiger werdende Ringen um die Sicherung von Energieressourcen und Wasser, die Gefahren des Klimawandels. Künftige Sicherheit ist nur in einer gerechteren Weltordnung zu erreichen. Ein spannender Einblick - eine realistische Kursbeschreibung.
"Respekt", bekundet Rezensent Gunter Hofmann diesem Buch des Staatsministers im Auswärtigem Amt. Denn es hat ihm sehr plausibel den Weg der Bundesrepublik in eine neue Rolle in der Welt auf der Basis seiner besonderen historischen Verantwortung geschildert. Beeindruckt ist der Rezensent auch deshalb, weil Gernot Erler seinen individuellen Weg als ehemaliges Mitglied der Friedensbewegung in eine neue außenpolitische Rolle der Republik miterzählt. Zwar hätte Hofmann sich mitunter einen selbstkritischeren Blick auf die "Politik des eigenen Hauses" in Sachen Zentralasien oder Usbekistan gewünscht, statt sie gegen das Urteil unterschiedlichster NGOs schönzureden, und diese NGOs noch viel radikaler zu unterstützen. Denn der, vor Erler grundsätzlich vertretene humanitäre Grundgedanke ist aus Sicht des Rezensenten bei allem "Gutmenschen"-Verdacht aktueller denn je.
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