Christoph von Marschall

Wir verstehen die Welt nicht mehr

Deutschlands Entfremdung von seinen Freunden
Cover: Wir verstehen die Welt nicht mehr
Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2018
ISBN 9783451380747
Gebunden, 256 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Als viertgrößte Wirtschaftsmacht der Erde verfügt Deutschland über enormen internationalen Einfluss.Doch wie verlässlich und fair ist die Außen- und Europapolitik des angeblichen Musterknaben wirklich? Was halten unsere Nachbarn und wichtigsten globalen Partner von uns? Christoph von Marschall untersucht, wie international handlungswillig die deutsche Politik tatsächlich ist, und kommt zu keinem erfreulichen Ergebnis. Er schreibt Regierung und Gesellschaft ins Stammbuch, wie sie von einem unsicheren Kantonisten zum Mitgaranten einer liberalen Weltordnung werden können - indem Deutschland sich von vielen kleinen Lügen über seine Sonderrolle trennt und nicht weiter vorgaukelt, dass es mit der Vertretung eigener Interessen stets das Gute in der Welt befördert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.11.2018

Für den Rezensenten Eckhard Jesse ist Christoph von Marschalls neues Buch "so anregend wie streitbar": Zum einen zeigt der deutsche Publizist seiner Meinung nach pointiert und gut verständlich auf, dass das deutsche Selbstverständnis - "proeuropäisch, vernunftorientiert und rechtstreu" - sich nicht mit der Wahrnehmung von außen deckt. Die anderen europäischen Staaten empfinden Deutschlands politische Entscheidungen eher als unvorhersehbar und wenig mit ihnen abgestimmt, fasst der Rezensent zusammen. Zum anderen fand Eckhard Marschalls Vorschläge, wie die Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung aufgehoben werden müsse, nämlich mit Verantwortungsübernahme auch in militärischen Dingen, nicht ganz so überzeugend wie seine Problemanalyse. Dennoch sieht er die Studie als wertvolle Lektüre.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.10.2018

Nach Darstellung von Christoph Dorner zeichnet Christoph von Marschall in seinem Buch das Bild eines Deutschlands, das von seinen Verbündeten nicht mehr verstanden wird. Berliner Alleingänge bei der Staatsverschuldung, der Migrationspolitik und Energiewende seien im Rest der Welt gar nicht gut angekommen, hat Marschall bei seinen Gesprächspartner in den Thinktanks diverser Hauptstädte in Erfahrung gebracht. Er selbst sieht das natürlich ganz ähnlich, laut Dorner wirft er der Berliner Politk "moralischen Größenwahn" vor. Wenn der Autor "mehr Willen zur Regeltreue" fordert, geht der Kritiker d'accord. Problematisch findet er allerdings, dass Marschall nicht zwischen Analyse, eigener Meinung und dem politischen Kalkül seiner Interview-Partner unterscheide.

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