Die Frage, wie man Kriege verhindern könnte, gehört zu den wichtigsten der Menschheit. In der Diskussion über 1914 wird auch immer wieder der Krieg gegen Jugoslawien zitiert. Es gibt dazu zwei vergessene Bücher, Karl Kautskys Wie der Weltkrieg entstand (1919) und Heinz Loquais Studien darüber, wie der Auftrag der OSZE, den Krieg in Jugoslawien zu verhindern, von USA und NATO unterlaufen wurde. In seinem Werk "1914 und 1999 - Zwei Kriege gegen Serbien - Auf dem Weg zum Demokratischen Frieden?" kommt er zu dem Fazit, dass zivile Konfliktlösungen in die deutsche Parlamentsbeteiligung einbezogen werden müssten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2015
Für überflüssig hält Martin Kröger dieses Buch. Das Argument des Herausgebers Peter Becker, die in seiner Edition nachgedruckten Bücher über den Ersten Weltkrieg und über den Krieg in Jugoslawien 1999 seien vergessen und nicht mehr zugänglich, kann er nicht nachvollziehen. Sowohl Karl Kautskys Text "Wie der Erste Weltkrieg entstand" als auch die beiden Texte zum Beginn des Jugoslawienkrieges, verfasst von dem pensionierten Bundeswehrgeneral Heinz Loquai, findet der Rezensent mühelos im Buchhandel beziehungsweise im Internet. Über die durchaus intime Kenntnis des Autors vom Kosovo-Konflikt hinaus scheinen Kröger letztere beiden Bücher auch keine besondere Relevanz zu besitzen, und Kautskys Text hält er als historische Darstellung nur für bedingt brauchbar, da es auf sehr schmaler Quellenbasis fuße, wie der Rezensent zu bedenken gibt. Bleibt ein Aufsatz des Herausgebers Becker über eine Reform der Parlamentsbeteiligung bei Militäreinsätzen. Den wieder hätte sich Kröger an prominenterer Stelle gewünscht als versteckt in diesem Band.
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