Es sind eigenartige Existenzen, die diese achtzehn Geschichten bevölkern: ein widerborstiger Handlanger, ein geheimnisvoller Pendelschwinger, ein verzweifelter Hotelier oder eine schwangere Witwe. Hinter ordentlichen Fassaden und biederen Mienenscheint die Welt in Ordnung, aber es dauert nicht lang, da öffnen sich Abgründe, liegt eine Tragödie offen zutage.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.02.2004
Der "cav" zeichnende Rezensent ist einigermaßen gespalten, was diese Sammlung von Texten Georld Späths der letzten 30 Jahre angeht. Einige der Arbeiten erfüllen nicht die Erwartungen, die der Rezensent nach der Lektüre von Späths Romanen hatte. Auch dass sich der Autor "mit fremden Federn" schmücke, nimmt der Rezensent übel, der in einer Geschichte die Nacherzählung von Albert Camus' Drama "Le Malentendu" erkannt hat. Wieder einverstanden mit dem Autor und seinem "unverkennbaren virtuosen Stil" zeigt sich "cav" jedoch bei den Texten zu Rapperswil und seinen Einwohnern, dem Bild der idyllischen Kleinstadt und der Realität dahinter.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…