Martin Rohrbach kehrt nach Jahren zurück ins Windmühlenhaus. Dort, in der Nähe des Dorfes allein auf einem Hügel, hat sein Vater gewohnt bis zu seinem Tod. Nur kurz will Martin bleiben, den Vater beerdigen, das Nötigste erledigen und danach nichts wie weg. Doch plötzlich fragt er sich, was es mit der Freundschaft seines Vaters zum alten Lindner auf sich hatte. Warum haben die beiden so lang um diesen unscheinbaren Streifen Land gerungen, der das Windmühlenhaus umgibt? Und was ist aus Martins Jugendgefährten geworden, was aus seinen Rivalen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.11.2011
Jürgen Verdofsky hat sich von Jens Wonnebergers Roman fesseln lassen, der eine Geschichte von verlorener Jugendliebe, Verrat und scheiterndem Leben entspinnt. Der 1960 geborene Autor lässt seinen Protagonisten Martin Rohrbach für die Beerdigung seines Vaters in sein sächsisches Heimatdorf zurückkehren und konfrontiert ihn dort mit vielen unbewältigten Fragen der Vergangenheit. Doch während Martin die "Rätsel" der Vergangenheit zu lösen imstande ist - unter anderem kann er sich von dem langjährigen Verdacht befreien, seinen Freund bei der Stasi verraten zu haben - schafft er es nicht, sein eigenes Daseinsrätsel zu entwirren, stellt der Rezensent fest. Nur ein erfahrener Erzähler wie Wonneberger, kann so souverän eine "abgebrochene Geschichte" erzählen, glaubt Verdofsky, der angetan bemerkt, dass sich der Autor jede "Melodramatik" oder Effektheischerei verkneift und stattdessen das "Tragikomische" eines misslingenden Lebens sehr gelungen evoziert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.10.2011
Ulrich Rüdenauer ist von diesem "stillen" Roman, in dem vor allem die wechselnden Wetterlagen die Aufgewühltheit ihrer Figuren nach außen kehren, in den Bann gezogen. Als Martin Rohrbach in sein ostdeutsches Heimatdorf zurückkehrt, wird er mit dunklen Geheimnissen der Vergangenheit, alten Wunden und Verrat konfrontiert, erzählt uns der Rezensent. Dass am Ende von all dem nicht viel "übrig" bleibt, die Protagonisten als zähe Überlebende ihrer eigenen Illusionen und Wünsche einfach weiter machen und ihr Alleinsein mit der Wonnebergers Sprache in ihrem quälend gemächlichem Fluss so plastisch abbildet wird, das hat Rüdenauer als das "Besondere" an diesem Roman ausgemacht, und es hat ihn nachhaltig gefesselt.
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