Was bleibt von den großen Werken der Weltliteratur, wenn man sie mit der Gegenwart und Lebenswirklichkeit des 21. Jahrhunderts konfrontiert? Nach Themen geordnet konfrontiert Ueding in seinen Feuilletons mit Lust und Leidenschaft alte Texte mit neuen Fragen und verführt zum Weiterlesen. Nicht der Staub auf dem Buchrücken entscheidet über die Aktualität eines Klassikers, sondern die Frage, ob wir uns mit unseren Nöten und Sorgen darin wiederfinden. Ausgehend von den großen Themen wie Liebe, Nationalismus, Armut bis zu tagesaktuellen Problemen liest Gert Ueding die Klassiker gegen den Strich: ein vergnüglicher und den Horizont erweiternder Streifzug durch das unermessliche Reich der Literatur.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.10.2007
Gefühlsmäßig verortet Rezensent Joseph Hanimann dieses Buch zwischen Nachschlagewerk und Anthologie. Die von Gert Ueding aus dem Zettelkasten gezauberte Themenvielfalt, die Hanimann jede Menge Bezüge zur Gegenwart ermöglicht und, so staunt er, auch Winnetou und Karl Valentin in den Klassiker-Olymp zu heben imstande ist, gefällt dem Rezensenten nicht schlecht. Das fordert zum Schmökern auf, meint er, ohne in Abrede zu stellen, dass es dank Zitaten und Bibliografie auch "lehrreich" ist. Wenn "Gravierendes und Kurzweiliges" so ausgewogen wie hier gegeneinander gesetzt werden, fürchtet Hanimann allerdings ein bisschen um seine Aufmerksamkeit. Mehr gedankliche Schärfe und Zuspitzung hätte dem entgegengewirkt, meint er.
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