Michael Maar

Das violette Hündchen

Cover: Das violette Hündchen
Rowohlt Verlag, Hamburg 2025
ISBN 9783498002916
Gebunden, 592 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Michael Maar zeigt, was die Werke der Weltliteratur dem aufmerksamen Leser offenbaren: was Sherlock Holmes' Methode von derjenigen Sigmund Freuds unterscheidet, welches deutsche Vorbild hinter Nabokovs Lolita hervorschimmert und worum es in Stevensons Dr. Jekyll und Mr. Hyde und in Stokers Dracula eigentlich geht. Was hatte Mark Twain gegen Jane Austen, und wie nimmt Virginia Woolf in Mrs. Dalloway ihr eigenes Schicksal vorweg? Daniel Kehlmann, Jonathan Franzen, Salman Rushdie: Auch die Werke der Gegenwart funkeln von oft übersehenen Details. Und das violette Hündchen? Es taucht ganz beiläufig in Tolstois Krieg und Frieden auf - und begleitet uns durch das Buch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.11.2025

Rezensent Wolfgang Schneider lässt sich von Michael Maars literarischer Spurensuche anstecken und schwelgt zusammen mit dem Autor in den Details großer Romane. Maar, der sich vorwiegend auf bekannte Texte konzentriert, wie Schneider feststellt, schaut lustvoll auf scheinbar Nebensächliches bei Musil, Mann, Austen, Woolf oder Kafka. Schneider lernt allerhand über die Wirkungsmacht des Details und folgt dem humorvoll agierenden und "reizvolle Bögen" schlagenden Autor mit Interesse, auch wenn er nicht jede Erkenntnis mit ihm teilt. Legt die Prügelszene im "Prozess" wirklich nahe, dass Kafka ein homosexueller Sadomasochist war? Eher nicht, findet Schneider.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.08.2025

Rezensent Hilmar Klute hat dieses neue Werk des "Lesefalken" Michael Maar mit viel Vergnügen und auch Staunen gelesen. Aufs Neue wird Klute hier Zeuge der großen Belesenheit Maars, der uns auf eine Reise vom neunzehnten Jahrhundert bis in die Gegenwart mitnimmt und in den großen Romane der Literaturgeschichte auf kleine, aber gewichtige Details aufmerksam macht. So erkennt Maar beispielsweise, wie der Kritiker uns erklärt, in Bram Stokers "Dracula" einen antisemitischen Unterton: Hat Stoker bei seinem durch die Jahrhunderte wandernden Grafen vielleicht den Mythos des ewigen Juden Ahasver im Kopf gehabt? Auch wenn die Antwort "Ja" lauten würde, betont Maar, hieße das keinesfalls, dass man den Klassiker nun der Zensur überlassen sollte, vielmehr sollte man ihm mit mit dem "Knoblauch des historisch-kritischen Kommentars" begegnen. Nicht immer, aber oft geht es um "finstere Nebenwege", verrät Klute, zum Beispiel auch, wenn der Autor in Thomas Manns Vorliebe für die literarische Kombination von Mord und Wollust, eine reale kriminologische Vergangenheit erkennen will. Maar gelingt es hier, gleichzeitig teilweise amüsante, aber eben auch delikate Details (die natürlich manchmal auch Spekulation bleiben) aufzudecken, ohne die großen MeisterInnen der Literatur vom Sockel stoßen zu wollen, versichert der Kritiker. "Lebensklug und leseklug" ist dieses äußert detailreiche Buch, freut sich der Kritiker. 

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