Warum sollte Julia keine Schwester haben? Mit der Umdeutung von drei Frauenschicksalen bei Shakespeare zeigt Gertrud Fussenegger, wie verformbar literarische Motive sind. Entstanden sind drei postmoderne Novellen von klassischer Schönheit: "Julias Schwester", "Jessica" und "Ich bin Ophelia".
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 09.12.1999
Von gedämpften "Altersstil" sei da nichts zu spüren, schreibt Dieter Borchmeyer bewundernd über den jüngsten Novellen-Band der 87jährigen Gertrud Fussenegger, die sich wagemutig an Shakespeares Frauengestalten macht und deren Leben weiterspinnt. Die drei Geschichten von Hamlets Ophelia, Shylocks Jessica und und der Schwester von Romeos Julia setzen dort ein, wo die Theaterstücke enden (im Falle von Julias Schwester) oder schreiben Theatergeschichte neu (beim "Kaufmann von Venedig" und "Hamlet"), bewegen sich aber alle "in einem exakt recherchierten historischen Ambiente". Temperamentvoll seien diese Novellen, von epischer Fülle, schreibt Borchmeyer, ein "später Triumph für eine lange totgesagte Gattung."
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…