Warum sollte Julia keine Schwester haben? Mit der Umdeutung von drei Frauenschicksalen bei Shakespeare zeigt Gertrud Fussenegger, wie verformbar literarische Motive sind. Entstanden sind drei postmoderne Novellen von klassischer Schönheit: "Julias Schwester", "Jessica" und "Ich bin Ophelia".
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 09.12.1999
Von gedämpften "Altersstil" sei da nichts zu spüren, schreibt Dieter Borchmeyer bewundernd über den jüngsten Novellen-Band der 87jährigen Gertrud Fussenegger, die sich wagemutig an Shakespeares Frauengestalten macht und deren Leben weiterspinnt. Die drei Geschichten von Hamlets Ophelia, Shylocks Jessica und und der Schwester von Romeos Julia setzen dort ein, wo die Theaterstücke enden (im Falle von Julias Schwester) oder schreiben Theatergeschichte neu (beim "Kaufmann von Venedig" und "Hamlet"), bewegen sich aber alle "in einem exakt recherchierten historischen Ambiente". Temperamentvoll seien diese Novellen, von epischer Fülle, schreibt Borchmeyer, ein "später Triumph für eine lange totgesagte Gattung."
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