Auf den Spuren des verlorenen Glücks der Mutter reist Rosa von Norddeutschland durch Osteuropa bis nach Mostar, wo mehr als eine Mutprobe auf sie wartet."Irgendwann kommen wir wieder, und dann springen wir." Dieses Versprechen hatten sich Mutter und Tochter auf der Alten Brücke in Mostar gegeben, dieser herzzerreißend schönen Stadt mit der schmerzvollen Geschichte, in der die Mutter das letzte Mal glücklich gewesen war. Doch dann stirbt Elise unerwartet und ihre Tochter Rosa steht mit Mitte zwanzig vor den Scherben einer zerrütteten Familiengeschichte. Als ihr Vater, der mit seiner neuen Familie zusammenlebt, plötzlich wieder Kontakt sucht, fasst Rosa einen Entschluss: Sie will weg, das Versprechen von damals einlösen. So beginnt ihre Reise durch Osteuropa, eine Spurensuche nach den Brüchen im bewegten Leben ihrer Mutter. Ihr Abenteuer nimmt eine unvorhergesehene Wendung, als sie auf Emma trifft, die aus ganz anderen, aber ebenso existenziellen Gründen nach Mostar unterwegs ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2026
Rezensentin Selma Schiller wundert sich, dass Gianna Langes Debütroman nicht schon längst von Booktokern und Bookfluencerinnen entdeckt und gefeiert wurde. Bedient Lange doch ähnlich wie Caroline Wahl oder Ruth-Maria Thomas das große gegenwärtige Interesse an Literatur über familiäre Traumata, und das überaus gekonnt - auf eine überraschend leichtfüßige, zugängliche Weise. Vielleicht liegt es daran, dass Langes Roman sich nicht so eindeutig den Kategorien des Buchmarktes zuordnen lässt, vermutet Schiller: "Und dann springen wir" ist Road-Novel, Coming-of-Age-Roman, Familiengeschichte, Traumaerzählung und Lovestory in einem, lesen wir. Genau darin erkennt die Rezensentin jedoch eine der vielen Stärken dieses Romans. Eine weitere: Die Offenheit und die Schonungslosigkeit, mit der diese Autorin über ein kompliziertes Mutter-Tochter-Verhältnis schreibt, ohne dabei jemals in Sentimentalitäten, Einseitigkeiten oder Pathos zu verfallen. Stets lässt sie ihren Figuren ihre Ambivalenzen. Allein die Liebesgeschichte zwischen der Protagonistin und einer Kommilitonen mag für Schiller nicht aufgehen, hier erliegt Lange eben jener Gefahr, die sie sonst so geschickt meidet: Dem Kitsch. Dennoch bleibt "Und dann springen wir" ein vielversprechendes Debüt, so die berührte Rezensentin.
Siri Hustvedt: Ghost Stories Aus dem Amerikanischen von Uli Aumüller und Grete Osterwald. Als er im Sterben lag, sagte Paul Auster seiner Frau, er wolle ein Geist werden. Und das ist er für Siri Hustvedt… Kev Lambert: Möge uns die Freude bleiben Aus dem Französischen (Quebec) von Frank Weigand. In seinem neuen Roman beschreibt Kev Lambert den kometenhaften Aufstieg und Fall der Quebecer Stararchitektin Céline Wachowski:… Adrian H. Koerfer: Das glaubt mir doch kein Mensch Adrian H. Koerfer erzählt von einer Kindheit und Jugend zwischen großem Wohlstand und brutaler emotionaler Kälte. Aufgewachsen im Schatten eines abwesenden Vaters, betreut… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…