Aus dem Italienischen von Verena von Koskul. Im Zentrum von Bari wird ein Mann namens Salvatore bei einem Überfall erschossen. Als Enrico Vallesi davon in der Zeitung liest, kommen lange verdrängte Erinnerungen an seine Kindheit hoch. Er war ein verschlossener Jugendlicher, der mit sechzehn Jahren beschloss, sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren. Salvatore, ein älterer Mitschüler, bot ihm damals an, mit ihm zu trainieren. In einer Wohnung fand die geheime Ausbildung zum Schläger statt, die äußerst brutal verlief. Enrico führte eine Art Doppelleben: zu Hause der angepasste Schüler, bei Salvatore der hartgesottene Kämpfer. Während seiner Spurensuche in der Vergangenheit merkt Enrico, dass die Stunde der Wahrheit gekommen ist und er endlich Frieden finden muss.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.05.2015
Jörg Bremer sieht sich tatsächlich von Gianrico Carofiglio an den Abgrund der Dinge gebracht, da es dem Autor gelinge, die Relativität der Wahrheit zu vermitteln, wie Bremer schreibt. Carofiglio macht das gewohnt direkt, aber diesmal nicht erzählt als Kriminalfall mit den Maßstäben Recht und Gesetz, erklärt Bremer, sondern anhand der Darstellung der inneren Entwicklung eines Teenagers in Bari in den kämpferischen 70ern. Wie der junge Enrico im Schlepptau von militanten Fidel-Castro-Anhängern langsam in die Illegalität abdriftet, beschreibt der Autor laut Bremer nicht eben zimperlich, aber mit Gespür dafür, dass für den Helden nichts sicher und einfach ist.
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