Gilbert Adair

Wenn die Postmoderne zweimal klingelt

Variationen ohne Thema
Cover: Wenn die Postmoderne zweimal klingelt
Edition Epoca, Zürich 2000
ISBN 9783905513196
Gebunden, 192 Seiten, 20,20 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Thomas Schlachter. Dem essayistischen Schaffen Roland Barthes` und Umberto Ecos verpflichtet, schreibt Adair ohne Scheuklappen und mit untrüglichem Instinkt für den frappierenden Vergleich ­ über Kniffligkeiten der Literaturtheorie genauso wie über die Niederungen des Alltags, ganz gleichgültig, ob er den eitlen Mätzchen "freier" Bühnenbearbeitungen eine schroffe, aber wohlbegründete Absage erteilt oder der eigentümlichen Glückseligkeit nachsinnt, die sich in amerikanischen Freizeitparks unter den Besuchern breitmacht...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2001

Tobias Döring ist es wichtig, die Qualitäten Adairs als Romanautor deutlich herauszustellen. Allerdings wird schnell klar, dass der Autor mit diesem Band nach Ansicht des Rezensenten das hohe Niveau seiner Romane nicht erreicht hat. Dies liegt nach Döring vor allem an dem Widerspruch zwischen Adairs eigenem Anspruch, zu lebendigerem und experimentierfreudigerem Denken anzuregen und den ausgewählten Texten, die nun nicht gerade neu sind. Adairs Texte (Glossen, Kolumnen, Prosa aus der Zeit von 1986 bis 1997) befassen sich mit so unterschiedlichen Themen wie Agatha Christie, Derrida, dem Rauchen, "Konzeptkunst, transtextuelle Texte" und vielem mehr. Doch die von Adair angeprangerte "Stagnation und Saturiertheit" in der Kultur und im Denken wird nach Döring durch diese veralteten Texte keineswegs aufgebrochen. Es interessiere heute schließlich keinen mehr, was in den achtziger Jahren in London über postmoderne Kunst gedacht wurde. Und über die Titanic kann man nach Döring auch nicht mehr reden, ohne dabei Camerons Film im Hinterkopf zu haben. Und so lautet das Fazit des Rezensenten: Auch wenn es sich bei Adair um einen durchaus "belesenen Kultur-Connaisseur" handele - ein drittes Mal müsse die Postmoderne nicht unbedingt klingeln.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2000

Adairs Essaysammlung zu den kulturellen Blüten der Postmoderne hat es dem Rezensenten angetan. Zwar gibt Hermann Wallmann ganz offen zu: "Adair ist ein Ketzer". Aber von dem Vergnügen, das es dem Autor etwa bereitet, das Guinessbuch mit der Bibel zu vergleichen oder Shakespeare mit Smalltalk, lässt er sich gerne anstecken. Gilbert Adair liefere eine "belesene und belustigte Kritik" des Zeitgeistes, so Wallmann, und hole uns dort ab, wo wir "stehen und gähnen". Und indem er mit uns "vom Bild zum Begriff tanzt, von der Analyse zur Anekdote springt", illustriert er eine Haltung des Gebens - ein Ketzer in der Event-Kultur.

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