Aus dem Englischen von Robert Zwarg. Unter Mitarbeit von Christian Werthschulte. Warum ist da etwas, wo doch nichts sein sollte? Warum ist da nichts, wo doch etwas sein sollte? In den letzten, vor seinem Selbstmord geschriebenen Essays begibt sich Mark Fisher auf die Spur zweier eigentümlicher Affekte, dem Seltsamen und dem Gespenstischen. Eng verbunden und doch getrennt, stellen beide das Verhältnis von Innen- und Außenwelt infrage, heften sich an das Eigenartige und Unbekannte, bedrücken, ohne Angst zu erregen, faszinieren und verstören zugleich. Mark Fisher findet das Seltsame und Gespenstische in der unheimlichen Unterströmung des 20. Jahrhunderts: den Filmen David Lynchs, Stanley Kubricks und Andrei Tarkovskys, der phantastischen Literatur H.P. Lovecrafts und H.G. Wells oder den Erzählungen Margaret Atwoods. In den Genres wie Horror und Science Fiction geht Fisher der Frage nach: Was genau ist das Seltsame und das Gespenstische?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.03.2018
Volker Bernhard freut sich über Mark Fishers Essays. Der assoziative Stil des Autors, wenn er sich in Filmkolumnen oder Blogeinträgen den Phänomenen des Seltsamen und des Gespenstischen zuwendet, führt laut Rezensent zu ungeahnten Einsichten über den kulturellen Stillstand. Ob das Debütalbum von The Fall, eine Geschichte von H. G. Wells oder David Lynch in den Blick rücken, die Binnenlogik der Kulturproduktion wird für Bernhard schmerzhaft sichtbar. Dass dabei keine geschlossene Theorie herauskommt, sondern der Autor immer wieder neu Anlauf nimmt und auf spielerische Weise Querverbindungen herstelllt, scheint dem Rezensenten ganz recht.
Diedrich Diederichsen empfiehlt, Mark Fishers Essays zu Büchern, Filmen und Musik ohne Rücksicht auf die vom Autor aufgestellten Kategorien zu lesen. So entfaltet sich laut Rezensent ein Reigen inspirierter, dichter und detailreicher Schilderungen von Lese-, Hör- und Seherlebnissen, deren Deskriptivität nicht stört. Wie sich der Autor mit den Werken von H. G. Wells oder Stanley Kubrick befasst, scheint Diederichsen in jeder Hinsicht ansteckend und immer wieder überraschend.
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