Aus dem Englischen von Hannes Meyer. Anfang 1944 erhält Henry Meadows vom Meteorological Institute in London Befehl, einen zurückgezogen in Schottland lebenden Wissenschaftler aufzusuchen. Wallace Ryman soll ein System entwickelt haben, das erstaunlich präzise Wettervorhersagen zulässt - entscheidend für die Landung der Alliierten in der Normandie. In geheimer Mission soll Henry die sagenumwobene "Ryman-Zahl" entschlüsseln. Regelmäßig trifft er den knorrigen Pazifisten, ohne Erfolg. Allein dessen Frau Gill lernt er näher kennen, als statthaft wäre. Es ist bereits Mitte Mai, als das Headquarter willkürlich ein Angriffsdatum festsetzt, doch bald geraten die Ereignisse - wie das Wetter - außer Kontrolle.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.04.2010
Thomas Leuchtenmüller hält mit seiner Enttäuschung über den jüngsten historischen Roman von Giles Foden nicht hinter den Berg, in dem ein junger Mathematiker einen herausragenden Meteorologen und erklärten Pazifisten dazu überreden soll, sein Können in den Dienst des Militärs zu stellen. Es geht den alliierten Militärs darum, die Wetterbedingungen für die Invasion in die Normandie vorauszuberechnen, um den Erfolg der Aktion zu garantieren, erklärt der Rezensent, der Fodens Mischung aus Fakten und Fiktion vor allem an erzählerischen Schwächen scheitern sieht. Dabei hat ihn die Sprache, mit der Forbes seinen Mathematiker auch in persönlichen Reflexionen stets in mathematischen Kategorien denken lässt, durchaus beeindruckt. Doch gelinge es dem Autor nicht, seine Leser den bekannten Ausgang der Geschichte vergessen zu lassen, weshalb der Roman an "Vorhersehbarkeit" kranke. Noch schwerer wiegen für Leuchtenmüller der so mancher Szene ablesbare Wunsch des Autors nach Verfilmung seines Romans und die Klischees eines trivialen Krimihelden, die die Hauptfigur in sich versammelt. Da wäre dem Rezensenten ein "solides Sachbuch" allemal lieber gewesen, wie er unzufrieden schreibt.
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