Fred Vargas

Der vierzehnte Stein

Roman
Cover: Der vierzehnte Stein
Aufbau Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783351030308
Gebunden, 480 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Julia Schoch. Kommissar Adamsberg, der Schweiger, Träumer, der kühle Beobachter mit den frappierenden Lösungen - in diesem neuen Roman gerät er selbst unter Mordverdacht. Bei dem Versuch, einen drei Jahrzehnte zurückliegenden Fall zu klären, in den auch sein seitdem verschollener Bruder Raphael verwickelt war, wird Adamsberg über Nacht vom Jäger zum Gejagten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2005

Gregor Schuhen lässt keinen Zweifel an seiner Begeisterung für die Kriminalromane der französischen Autorin Fred Vargas, und auch wenn er den vorliegenden Roman nicht für ihr bestes Buch hält, so ragt es seiner Ansicht nach immer noch aus dem Gros des Genres heraus. Das liegt weniger an den durchaus "genialen Fallkonstruktionen", in denen sich die Autorin "nur vordergründig typischen" Gattungsmerkmalen des Krimis bedient, als vielmehr an den "skurrilen Figuren", so der Rezensent hingerissen. Über den grünen Klee lobt er auch die Poesie und Musikalität der Sprache, die allerdings vor allem im französischen Original zu entdecken ist. In "Der vierzehnte Stein" begegnet dem Leser zum vierten Mal Kommissar Adamsberg, der sich dadurch auszeichnet, dass er bei der Lösung seiner Fälle "jedwedes intellektuelle, logische Denken" verweigert und sich stattdessen auf seine Intuition verlässt, erklärt Schuhen. Im vorliegenden Buch ist er einem "vermeintlich untoten Serienmörder" auf der Spur, der seine Opfer mit einem Dreizack zur Strecke bringt, fasst der Rezensent zusammen, der den Plot zwar als "vergleichsweise herkömmlich" und mitunter allzu "vorhersehbar" findet, sich aber nichtsdestotrotz einmal mehr von der "überaus gelungenen" Figurenzeichnung gefangen nehmen lässt. Geärgert hat er sich allerdings über die deutsche Übersetzung, die er vor allem bei umgangssprachlichen Wendungen enttäuschend findet, insbesondere bei der Übertragung "kanadischer Dialektformen".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.04.2005

Mit Begeisterung hat Tobias Gohlis den neuen Kriminalroman von Fred Vargas gelesen und sogar für noch besser als "Fliehe weit und schnell" befunden (wofür Vargas im Vorjahr den Deutschen Krimipreis erhalten hat). Der Rezensent freut sich über ein spannungsgeladenes Wiedersehen mit dem französischen Mordkommissar Jean-Baptiste Adamsberg, der bereits aus vorigen Vargas-Krimis für seine rätselhaften Methoden zur Lösung nicht minder rätselhafter Fälle bekannt ist. Im "Vierzehnten Stein" gewinnt sein Profil dadurch an Tiefe, dass er persönlich tief in den Fall verstrickt ist. Er hat mit argen Selbstzweifeln zu kämpfen, was Vargas Gelegenheit gibt, ihm starke Charaktere an die Seite zu stellen, Figuren, die "wie in einem Planetensystem ... ihrer persönlichen Gravitation" folgen. Großartig findet Gohlis neben Plot und Personen die ("von Julia Schoch kongenial übersetzte") Sprache der Autorin. Sie sei ihrem selbsterklärten Ziel, die "reine Musik der Erzählung" zu finden, mit diesem Buch näher als je zuvor gekommen.
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