Gilles Kepel

Chaos und Covid

Wie die Pandemie Nordafrika und den Nahen Osten verändert
Cover: Chaos und Covid
Antje Kunstmann Verlag, München 2021
ISBN 9783956144608
Gebunden, 360 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Jörn Pinnow. Mit Abbildungen. Die Lage im Nahen Osten hat sich im Zuge von Pandemie und Ölpreisverfall zugespitzt. Die gesamte Region leidet unter der vom Virus erzwungenen wirtschaftlichen Stagnation. Im Schatten der prekären Lage werden neue Verbindungen geknüpft wie das durch die USA vermittelte Abraham-Abkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten, das den ehemaligen Feind zu einem Geschäftspartner macht. Die von den Muslimbrüdern geprägte schiitische Achse zwischen Türkei, Iran und Katar hingegen erhält gelegentlich Unterstützung durch Putin, auch Chinas Einfluss wächst. Und während Erdogan versucht, Istanbul wieder zum Weltzentrum des Islam zu machen, schlägt der Dschihadismus erneut in Europa zu, mittlerweile in seiner vierten Generation in Form eines "Stimmungsterrorismus".Der Soziologe und Arabist Gilles Kepel setzt in seinem neuen Buch die aktuellen Geschehnisse im Nahen Osten, der Golfregion und in Nordafrika in den Kontext, den wir brauchen, um die Verschiebungen der geopolitischen Ordnung, wie wir sie kannten, zu verstehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.02.2022

Rezensent Rainer Hermann erhofft sich viel und wird weitgehend enttäuscht von Gilles Kepels neuem Buch über das "Chaos" im Nahen Osten. Das geht schon mit dem Titel los, der laut Hermann in die Irre führt, weil Kepel sich mit Covid tatsächlich nur am Rand befasst, wie er feststellt. Ärgerlich findet Hermann zudem die "holzschnittartige" Einteilung des Nahen Ostens und Nordafrikas in eine gute und eine böse Achse sowie ein stark tendenziöser Blick auf Erdogan und die Türkei. Wo das Lektorat seine Augen hatte, fragt sich Hermann außerdem. Sachfehler ziehen sich durch den gesamten Text, schimpft der Rezensent. Wer es bis zum letzten Drittel des Buches durchhält, der wird laut Hermann aber schließlich doch noch belohnt - mit Kepels Erörterungen zu Algerien und zur Islamistenszene in Frankreich.
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