Aus dem Französischen von Jörn Pinnow. Mit Abbildungen. Die Lage im Nahen Osten hat sich im Zuge von Pandemie und Ölpreisverfall zugespitzt. Die gesamte Region leidet unter der vom Virus erzwungenen wirtschaftlichen Stagnation. Im Schatten der prekären Lage werden neue Verbindungen geknüpft wie das durch die USA vermittelte Abraham-Abkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten, das den ehemaligen Feind zu einem Geschäftspartner macht. Die von den Muslimbrüdern geprägte schiitische Achse zwischen Türkei, Iran und Katar hingegen erhält gelegentlich Unterstützung durch Putin, auch Chinas Einfluss wächst. Und während Erdogan versucht, Istanbul wieder zum Weltzentrum des Islam zu machen, schlägt der Dschihadismus erneut in Europa zu, mittlerweile in seiner vierten Generation in Form eines "Stimmungsterrorismus".Der Soziologe und Arabist Gilles Kepel setzt in seinem neuen Buch die aktuellen Geschehnisse im Nahen Osten, der Golfregion und in Nordafrika in den Kontext, den wir brauchen, um die Verschiebungen der geopolitischen Ordnung, wie wir sie kannten, zu verstehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.02.2022
Rezensent Rainer Hermann erhofft sich viel und wird weitgehend enttäuscht von Gilles Kepels neuem Buch über das "Chaos" im Nahen Osten. Das geht schon mit dem Titel los, der laut Hermann in die Irre führt, weil Kepel sich mit Covid tatsächlich nur am Rand befasst, wie er feststellt. Ärgerlich findet Hermann zudem die "holzschnittartige" Einteilung des Nahen Ostens und Nordafrikas in eine gute und eine böse Achse sowie ein stark tendenziöser Blick auf Erdogan und die Türkei. Wo das Lektorat seine Augen hatte, fragt sich Hermann außerdem. Sachfehler ziehen sich durch den gesamten Text, schimpft der Rezensent. Wer es bis zum letzten Drittel des Buches durchhält, der wird laut Hermann aber schließlich doch noch belohnt - mit Kepels Erörterungen zu Algerien und zur Islamistenszene in Frankreich.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…