Teilweise aus dem Italienischen von Ulrike Bauer-Eberhard und Raimund Wünsche. Die Persönlichkeit des römischen Imperators Marc Aurel (161-180) gewinnt durch zwei authentische Zeugnisse prägnante Züge: zum einen die "Selbstbetrachtungen" des Kaisers, zum anderen die bronzene Reiterstatue, die als einziges Bildwerk seiner Art die Zeiten überdauert hat. Die Textbeiträge dieses Bandes befassen sich mit der kunsthistorischen Bedeutung des Monuments als Prototyp neuzeitlicher Reiterbilder und mit dem antiken Herrschaftssymbol des Kaisers zu Pferde. Eine Reportage der jüngsten Restaurierung des Marc Aurel bis hin zur Erstellung einer Kopie gibt Einblick in die diffizilen Operationen der modernen Denkmalpflege. Ein ausführlicher Beitrag würdigt das literarische Denkmal der "Selbstbetrachtungen".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2000
Michael Siebler geht in seiner ausführlichen Rezension zunächst auf die Restaurierungsarbeiten der Reiterstatue ein. Diese Statue, die 450 Jahre auf dem von Michelangelo gestalteten Kapitol gestanden hatte, musste 1981 wegen Umweltschäden restauriert werden und befindet sich nun im Kapitolinischen Museum. Auf dem Platz selbst ist nur noch eine Kopie der Statue zu sehen. Im vorliegenden Band sieht der Rezensent die Geschichte der Statue und die Restaurierungsarbeiten vorzüglich dokumentiert. Er lobt das Buch als "empfehlenswerten, mit prachtvollen Farbaufnahmen ausgestatteten Bildband", auch wenn er am Layout ein paar Kleinigkeiten auszusetzen hat. Besonders die Detailaufnahmen ermöglichten dem Leser eine genauere Betrachtung der "Feinheiten des Kunstwerks", was seiner Ansicht nach überraschende Erkenntnisse nach sich zieht. Als Beispiel nennt er u. a. die unterschiedliche Größe der Hände Marc Aurels, was darauf schließen lasse, dass die Statue möglicherweise von mehreren Bildhauern angefertigt worden ist. Auch die Erläuterungen zur Geschichte der Statue scheint der Rezensent äußerst aufschlussreich zu finden.
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