Herausgegeben von Christoph Haaacker. London, 8. April 1941. Eine Frau nimmt Abschied von ihrem Mann. Es ist die "vielleicht am meisten umdichtete Frau der deutschen Literatur" - und er "der meistgemalte Mann". Die Rede ist von Leni und Max Herrmann-Neiße. Sie groß, blond, eine Schönheit. Er ein verwachsener Gnom mit Buckel, überlangen Händen und großem, kahlen Schädel. Gemeinsam durchlebten sie die zwanziger Jahr in Berlin. 1933 entschieden sie sich, Hitler-Deutschland zu verlassen - fortan als "Liebesgemeinschaft in der Fremde" im Londoner Exil. Die hier gesammelten Gedichte laden dazu ein, den großartigen Dichter Max Herrmann-Neiße endlich wieder zu lesen. Seine Lyrik beschreibt wie keine andere die Exilerfahrung, seine Liebesgedichte sind Spiegel der innigen Beziehung zu seiner Frau Leni. Leni Herrmann schildert in ihren hier erstmals publizierten "Aufzeichnungen über die letzten Tage von Max Herrmann" den Alltag eines Exildichters in Zeiten der deutschen Luftangriffe auf London und sind ein liebevolles, berührendes Dokument über Partnerschaft, Pflege und Abschied.
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