Aus dem Kroatischen von Mascha Dabic. Wunder wird es im Nachkriegsjugoslawien tatsächlich keine geben, auch wenn der Kapitalismus sie unablässig verspricht. Bender, der vor dem Bürgerkrieg geflüchtet ist und seitdem in der Fremde lebt, kehrt erstmals in das zerstörte Dorf seiner Kindheit zurück. Sein Vater, der in Kroatien geblieben ist, ruft ihn: Die Mutter ist verschwunden, Bender soll helfen, sie zu finden. Präzise, lakonisch und mit schwarzem Humor beschreibt Goran Ferčec die Alltagsroutinen und die vergebliche Suche der beiden Männer. Vater und Sohn sind außerstande, Worte für ihre Traumata und Verluste zu finden, ihre kargen Dialoge scheinen geradewegs aus dem absurden Theater eines Beckett zu stammen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.2021
Rezensentin Christiane Pöhlmann wird nicht recht warm mit dem neuen Roman von Goran Ferenc. Die figuren- und handlungsarme Geschichte dreht sich um einen 39-jährigen, in den Westen geflohenen Jugoslawen namens Bender, der in sein Heimatdorf zurückkehrt, nachdem sein Vater ihm mitgeteilt hat, dass Mutter verschwunden ist, resümiert die Kritikerin. Auch jener Bender wird nur angedeutet, der Leser erfährt, dass er schwul, resigniert und einsam ist, nicht aber wann und wovor er geflohen ist. Zahlreiche Wiederholungen und Leerstellen machen die Geschichte dennoch nicht universell gültig und aus Ferenc auch keinen Stanisic, schließt die Rezensentin.
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