Übersetzt von Claudia Feldmann. Eigentlich gibt es nichts Außergewöhnliches an dem tödlichen Autounfall auf der A35 unweit des elsässischen Städtchens Saint Louis. Doch eine Frage treibt Kommissar Georges Gorski um: Wo war das Unfallopfer Bertrand Barthelme in der Nacht, in der er mit seinem Wagen frontal gegen einen Baum krachte? Als Barthelmes Spuren zu einer jungen Prostituierten in Straßburg führen, die just in jener Nacht erdrosselt wurde, ist der kauzige Provinzkommissar alarmiert. Schnell verstrickt sich Gorski in einem mysteriösen Rätsel um den Toten, das tief hinter die harmlose Fassade der verschlafen wirkenden Kleinstadt Saint Louis blicken lässt. Und auch Barthelmes Sohn Raymond beginnt dem Geheimnis seines verstorbenen Vaters nachzuspüren, das die wohlgeordnete Welt des 17-Jährigen schon bald gehörig ins Wanken bringt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2018
In den Krimis von Graeme Macrae Burnet lässt sich sogar Hannes Hintermeier die Postmoderne gefallen. Wenn der schottische Autor seine Siebzigerjahre-Geschichte in Simenon-Manier in der französischen Provinz ansiedelt, mit Anspielungen und Zitaten operiert, ist dem "literarisch beschlagenen" Autor das Wohlwollen des Kritikers sicher. Auch der Plot scheint Hintermeier zu gefallen: Ein Gatte wird ermordet, die Gemahlin empfängt den ermittelnden Kommissar nur zu gern, der jugendliche Sohn taumelt zwischen Sartre-Lektüre und erstem Sex, und die Honoratioren des Städtchens versuchen die Ordnung zu wahren. Der Autor beherrscht sein Handwerk, versichert Hintermeier.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.04.2018
Sylvia Staude trifft auf altmodischen französischen Krimi-Charme in den Büchern von Graeme Macrae Burnet. Auch wenn Burnet das Versteckspiel mit seiner Autorschaft ins Alberne kippen lassen, vermeide er in seiner Erzählung Krimi-Klischees und pfeift auf Konventionen, betont Staude. Die Familiengeschichte im Band scheint ihr fesselnd genug, um die Auflösung des Mordfalls beinahe zu überlesen.
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