David Engels

Auf dem Weg ins Imperium

Die Krise der Europäischen Union und der Untergang der römischen Republik. Historische Parallelen
Cover: Auf dem Weg ins Imperium
Europa Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783944305455
Gebunden, 544 Seiten, 29,99 EUR

Klappentext

Steht die Europäische Union vor einem ähnlich spektakulären Systemwechsel wie einst die späte Römische Republik? Ja, sagt der deutsch-belgische Historiker David Engels: Anhand von zwölf Indikatoren vergleicht er verschiedene Aspekte der Identitätskonstruktion der EU mit Krisensymptomen der ausgehenden Römischen Republik und zieht dabei beunruhigende Parallelen: Der Wandel von einer von Werteverlust, Dauerkrise, Reformstau und politischem Immobilismus gekennzeichneten Republik zu einem autoritären und konservativen Imperium zeichnet sich heute auch in der EU ab. Quo vadis, Europa? Für den Historiker David Engels steht fest: Die europäische Demokratie steht unwiderruflich am Abgrund.
Der Professor für römische Geschichte vergleicht die Lage der Europäischen Union mit der Situation der dem Untergang geweihten späten Römischen Republik, indem er Zitate antiker Philosophen und Schriftsteller den aktuellsten Statistiken zur Lage Europas gegenüberstellt. Und entdeckt dabei Parallelen: Immigrationsproblematik und Bevölkerungsrückgang, Materialismus und Globalisierung, Werteverlust und Fundamentalismus, Technokratie und Politikverdrossenheit, der Verlust von Freiheit und Demokratie all diese scheinbar so modernen Probleme brachten bereits vor 2000 Jahren die Römische Republik ins Wanken und ermöglichten die Machtergreifung von Augustus.
Engels umfassende Forschungsergebnisse bestätigen Oswald Spenglers Studie "Der Untergang des Abendlandes" und ermöglichen ein neues Verständnis für die komplexen Probleme unserer Zeit. Sie zeigen aber auch, welche Weichen es zu stellen gilt, wenn das Schlimmste verhindert werden soll. Entscheidend für das politische Überleben der Europäischen Union, so seine Analyse, ist die Rückbesinnung auf die ureigene europäische Identität mit ihrer kulturellen Tradition, jenseits abstrakter Gleichmacherei.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.12.2014

David Engels' Versuch einer historischen Parallelisierung der Europäischen Union und des spätrepublikanischen Rom gelingt laut Rezensent Olaf Rader erstaunlich gut. Auch die Schlüsse, die der Althistoriker zieht, scheinen dem Rezensenten einzuleuchten: Ohne kulturelle Identität kein Zusammenhalt. Für Rader liegt das an Engels' kluger Argumentation und seiner Rückbindung an die Komparatistik bei Spengler und Toynbee. Auch wenn Rader die von Engels veranschlagten Scheidungsraten im alten Rom und bei uns nicht für ausschlaggebend hält - im Wesentlichen scheinen ihm die Aussagen des Autors und seine Prognosen Sinn zu ergeben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2014

David Engels diagnostiziert der Europäischen Union eine "kulturelle Sinnkrise" und bemüht dafür das "eherne Gesetz der Wiederholung in der Geschichte", berichtet Uwe Walter. Ähnlich, wie die Bürger der EU von den Werten des neunzehnten Jahrhunderts abfallen, also Christentum, Familiensinn und Paternalismus, sei die Krise der römischen Republik eine Folge des Sittenverfalls durch die "Hellenisierung der Oberschicht und die Korrumpierung der Massen" gewesen, fasst der Rezensent zusammen, der wenigstens die historische Erklärung stark bezweifelt. Passagen, in denen Engels vom Wesen des Menschen spricht und gegen die ultraliberale und -kapitalistische Weltordnung wettert, machen es leicht, dieses Buch ungerecht zu behandeln, warnt Walter, sie dröhnen so laut, dass manch kluger Gedanke untergeht, bedauert der Rezensent.
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