Sie ist eine der ersten weiblichen Angestellten im Vatikan überhaupt, sie ist Deutsche, und sie ist Jüdin: Hermine Speier (1898-1989), eine promovierte Archäologin aus Frankfurt am Main. Nach dem Studium in Heidelberg, wo sie mit dem Kreis um Stefan George in Berührung kommt, geht sie nach Königsberg und 1928 nach Rom ans Deutsche Archäologische Institut. 1934, ein Jahr nach der Machtergreifung Hitlers, verliert sie dort bereits ihre Stelle. Noch im selben Jahr tritt sie als Fotothekarin in den Dienst des Vatikans. Drei Päpste, ein regierender und zwei zukünftige, schützen die deutsche Jüdin vor Verfolgung der kommenden Jahre.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2015
Ein leichthändig geschriebenes Buch über die Archäologin Hermine Speier kann Rezensent Jörg Bremer mit Gudrun Sailers "Monsignorina" annoncieren. Er lernt hier eine außergewöhnliche Frau kennen, die möglicherweise als erste Jüdin im Dienste der Päpste im Vatikan eine neue Fotothek aufbaute, mit den Ehrenkaplänen einen sehr vertrauten Umgang pflegte und dort im Schutze vor den Nazis immer katholischer wurde und sich schließlich taufen ließ. Ein ebenso wissenschaftliches wie unterhaltsames Buch, lobt der Kritiker.
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