Auswahl und Nachwort von Volker Hage. Die Tagebücher des Schriftstellers und Philosophen Günther Anders (1902-1992), von ihm selbst nie zu einem geschlossenen Werk zusammengestellt, sondern bruchstückhaft in verschiedenen seiner Bücher zitiert (so auch in seinem Hauptwerk "Die Antiquiertheit des Menschen"): Hier werden sie nun erstmals - in exemplarischer Auswahl - chronologisch angeordnet und zusammengestellt. Anders, der eigene schriftstellerische Projekte zeitlebens zurückstellte und als Warner vor einer neuen Atomkatastrophe international bekannt wurde, hat die Erfahrungen von Flucht, US-Exil, Heimkehr ins Nachkriegseuropa und seine Eindrücke von Reisen zu Schauplätzen des Grauens wie Auschwitz und Hiroshima darzustellen gewusst.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 07.12.2006
Rezensent Ralph Rainer Wuthenow hofft, dass der vorliegende Band mit Aufzeichnungen von Günther Anders' nicht die letzte Publikation dieses "unbeirrbaren" Philosophen ist. Anders schildert in seinem Tagebuch zwar nur dann Persönliches, wenn diese exemplarisch für etwas stehen, dafür aber analysiere er Geschehnisse seiner Zeit so, dass sie ihre "verborgene Wahrheit" enthüllen. Anders, 1992 in Wien gestorben, führt den Leser nach Auschwitz, konfrontiert ihn mit Hiroshima und Nagasaki. Er enthülle das "Unwesen der Technik" und zeige, dass der Mensch seinen eigenen technischen Erfindungen nicht gewachsen ist. Angetan zeigt sich der Kritiker von Anders' Überlegungen, mit denen er die historischen Ursachen für gegenwärtige Entwicklungen sichtbar macht und auf das "kommende Grauen" hindeutet. Dass der Autor dadurch einst als unbequem galt und relativ erfolglos blieb, kann der Rezensent kaum nachvollziehen.
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